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Bambus im Garten - Vorher-Nachher

midmodfan
vor 4 Jahren

Ich möchte mal eine Lanze brechen für Bambus im Garten, gerade auch als Sichtschutz.

Durch das Fällen großer Wacholder, die ein zweistöckiges Haus hinter dem Bungalow unserer Nachbarn verdeckt hatten, wurde unser bis dato uneinsehbarer Atriumbungalow vor zwei Jahren plötzlich einsehbar.

Vorher:

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Nachher:

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Da unser Haus zum Atrium hin komplett raumhoch verglast ist und wir weder Gardinen haben noch welche wollen, war es nun nicht mehr ratsam, morgens im Adamskostüm die Kaffeemaschine anzuwerfen. Es nützte auch nichts zu wissen, dass aus den zwei Fenstern ja meist niemand schauen würde, denn es ist ein himmelweiter Unterschied, ob einem niemand ins Haus sehen kann, oder ob es in der Regel niemand tut.

Nachdem bauliche Veränderungen genauso wenig in Frage kamen wie ein großer breitkroniger Baum, entschieden wir uns für Bambus, genauer gesagt die Ausläufer treibende Sorte Phyllostachys vivax 'Aureocaulis'. Wir kauften ca. 3 Meter hohe Pflanzen bei einem Bambus-Fachbetrieb, der sie auch anlieferte, die Rhizomsperre einbuddelte und die Pflanzen einsetzte. Ursprünglich hatten wir überlegt, sie in sehr große quadratische Kübel zu pflanzen, doch wurde uns wegen ihrer Starkwüchsigkeit davon abgeraten.

Direkt nach den Arbeiten im November 2013 – die Rhizomsperre steht noch weit aus dem Erdreich heraus, weil der Garten noch nicht fertig angelegt ist:

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Nachfolgend die Fortschritte im Wachstum. Mai 2014 – noch tut sich nichts, außer dass man erkennt, dass der zweite Bambus von rechts ein wenig vor sich hin mickert:

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Im Laufe des Sommers 2014 wuchsen schon erstaunlich viele Triebe, jedoch wurden sie nicht länger als die bestehenden Halme. Das änderte sich erst dieses Jahr.

Mai 2015 – die ersten neuen Triebe wachsen in die Höhe; der zweite Bambus von rechts ist etwas schief, treibt aber auch aus und ist genauso grün wie seine Nachbarn:

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September 2015 – das Sorgenkind ist noch nicht viel in die Höhe gewachsen, hat sich aber dennoch gut entwickelt, und die anderen tun bereits das, was sie tun sollen: Sichtschutz bieten.

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Insgesamt finden wir die Entwicklung nach dem zweiten Sommer schon enorm. Der Standort scheint dem Bambus zu behagen. Einen Gutteil des Jahres fällt keinerlei Sonne in den Wurzelbereich, deshalb war es wichtig, eine schattenverträgliche Sorte zu wählen. Diese ist außerdem frosthart bis um die minus 20 °C. In unseren Breitengraden sollen die Pflanzen ihre mit 9 Metern angegebene maximale Höhe nicht erreichen
– was wir stark hoffen, weil sie uns sonst im Winter wohl einige Wochen die Sonne stehlen würden.

Wir düngen einmal im Frühjahr mit einem speziellen Langzeitdünger für Bambus. Jeweils im Juni mussten wir bisher gegen Blattläuse spritzen. Im ersten Jahr bemerkten wir den Befall nur durch die große Zahl neuer gelber Blätter und mussten zweimal im Abstand von zwei Wochen spritzen; dieses Jahr inspizierten wir die Pflanzen regelmäßig, so dass wir beim Auftauchen der ersten Läuse reagieren konnten und einmal Spritzen genügte.

Um gutes Wachstum zu unterstützen, sollen die jeweils dünnsten Triebe an der Basis abgeschnitten werden. Außerdem kann man die untersten Seitentriebe entfernen, was wir auch tun werden, damit sie einem auf dem Gartensofa nicht immer im Nacken kitzeln.

Im großen und ganzen sind wir außerordentlich zufrieden mit unserer Wahl. Eine etwas unangenehme Eigenschaft soll aber nicht unerwähnt bleiben: Bambus "schmutzt". Das heißt, er wirft nicht nur ganzjährig Blätter ab, sondern im Sommer, wenn die langen neuen Austriebe ihre Blätter entfalten, auch große Mengen Hüllspelzen. Dies ist gerade in Kombination mit nicht besonders einfach zu pflegendem Kiesbelag störend. Wie man sieht, ist kein Glück vollkommen!

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