hokon

Alle sagten es ist absolut unmöglich!

hokon
2. August 2019
zuletzt bearbeitet:2. August 2019

Die 2016 angestoßenen Veränderungen bei uns sind allen aktiven Houzzern ja schon aus meinem „Einfach mal die Zeit nehmen und lesen“ Beitrag bekannt.

Dieser ungewöhnliche Schritt hat sich auch in unserer Branche schnell rumgesprochen und unsere Neuausrichtung wurde von Vielen beobachtet.

Unser Erfolg für so eine konsequente Veränderung wurde von Einigen sehr skeptisch beurteilt und es gab Zeiten, da hätten diese Stimmen fast recht bekommen.

Unseren sehr guten Ruf als konsequent, mutig und innovativ hat es aber trotzdem weiter stark gefestigt.

Etwas Vorgeschichte :

So rief eines Tages kurz vor Weihnachten 2016 der für uns zuständige Außendienstler von Pollmeier in Creuzburg an, ob er mal vorbeikommen könnte.

So gegen 18h.

Er kommt sonst immer einfach vorbei, aber nie um diese Zeit, weil er noch fast zwei Stunden Heimfahrt von uns aus hat.

Ich habe gleich gedacht das da etwas „im Busch ist“. Aber auch „lass ihn mal kommen und tu so als ob nichts wäre, mal sehen was er will!“

Dazu : wir haben ein wirklich gutes persönliches Verhältnis zueinander und es ist immer nett einfach nur zu quatschen. Auch wenn es nicht so häufig ist wie vielleicht bei Anderen, er hat halt ein großes Gebiet und Kunden welche ihn mehr brauchen.

Wir haben also Kaffee getrunken und nett gequatscht. Langsam hat er das Gespräch in die Richtung gebracht wie denn unsere Veränderung so läuft und ob ich ihm ein paar neue, ausgefallene und/oder komplizierte Referenzen zeigen könnte. Unsere neue gestallte Ausstellung wollte er auch noch sehen.

„Schon 20:30h, was führt der denn wohl im Schilde?“ Meine Neugierde war kaum noch auszuhalten.

Unsere Entwicklung, die Ausstellung und die neuen Referenzen haben ihm gut gefallen und er fing ENDLICH AN!

„Wir haben da ein Projekt in Norwegen, für das sucht unser Kunde Moelven seit über einem Jahr in Europa nach einem Treppenbauer für die Treppen in seinem Projekt und findet keine Firma, die ein Angebot abgeben möchten, wir kennen ja quasi alle auf der Welt und sollen daher Firmen als mögliche Partner nennen. Wir haben ihnen gesagt, dass wenn alle sagen es geht nicht, Du mutig und verrückt genug bist es anzupacken und es auch hinkriegst. Hier guck mal auf die Pläne.“





„Was ist denn daran so kompliziert das es angeblich nicht zu bauen ist???“

„Guck mal genauer auf die Maße und den Maßstab!“

„Ach du Sch…., ist die Treppe riesig, stimmen die Maße wirklich?“

„Ja, das Gebäute ist das größte Holzhaus auf dem europäischen Kontinent und das wird die längste freischwebende Treppe aus Massivholz der Welt, kriegt Ihr das hin?“





„Ja, ich weiß noch nicht wie, aber JA“

„Gut, die Norweger rufen Dich morgen an und vereinbaren einen Termin mit Dir, die Kontaktdaten haben sie schon von uns bekommen! Und ich fahre jetzt nach Hause, schönen Abend noch, erzähl zwischendurch mal wie es läuft.“

Weg war er. "War das jetzt alle echt, oder bin ich am Schreibtisch eingeschlafen ???"

Im Januar 2017 bin ich dann zum ersten Mal in das Städchen Moelv (bei Lillehamer) geflogen.

Die Gespräche liefen sehr gut, zum Vorstellen hat mein Norwegisch noch gereicht (ich habe mit 15 Jahren mal zusammen mit meiner Mama in der VHS norwegisch gelernt.

Ich verstehe immer noch sehr viel, nur zum Sprechen fehlte mir die Übung) und ich bin mit der Aussage „mach ein Angebot und wir bestellen dann“ nach Hause gefahren.

Ich war fix und fertig.

Tatsächlich hat die Bestellung noch fast 6 Monate gedauert, die Chefs der Firma waren noch bei uns in Deutschland und wollten alles sehen. Auch unsere technisch außergewöhnlich gut ausgestatte, aber räumlich kleine Werkstatt. Da dachte ich dann das es nichts mehr wird. Nicht weil wir es nicht könnten, nur wegen der Größe unserer Werkstatt. Aber anscheinend kommt es nicht auf die Größe, sondern auf die Technik an und ich wurde in drei Wochen zur ersten Besichtigung der Baustelle und unterschreiben des Vertrages nach Stavanger eingeladen.

JAAAAAAAAAAAAAAAAAA. :-)))))))))))))))))))))

Weiter geht es hier mit unserem Projekt Stück für Stück mit vielen Bildern.

Vorweg es wird sehr spannend, also dranbleiben.

Kommentare (25)

  • Helvi

    crazzzzzzzyyyyyyyy! :)

    hokon hat Helvi gedankt
  • PRO
    hokon hat Licht + Planung GmbH & Co. KG gedankt
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  • S PM

    Ich freue mich immer, wenn Architekten mit Wagemut auf Ausführende mit sichtbarem Spaß am Tun engagiert werden. Herzlichen Glückwunsch zum Auftrag und danke fürs mit uns teilen!

    hokon hat S PM gedankt
  • PRO
    British Stoves

    Wir durften ja schon während der Produktion und dem Zusammenbau einige Fotos vorab sehen, die Dimensionen der Treppe waren gewaltig. Wer so ein Projekt perfekt erledigt hat auch das nötige Know-How und darf sich als echter Profi bezeichnen! Glückwunsch auch von unserer Seite! Sind da noch einige neue Projekte in der Pipeline? Wir sind schon ganz gespannt!

    Ganz herzliche kollegiale Grüße sendet

    British Stoves

    ---

    Stephan Kohn



    P.S.

    Den Querulanten sei in Buch geschrieben: Von Hokon kann man noch etwas lernen, deshalb wäre ein wenig mehr Zurückhaltung in Zukunft wünschenswert!

    hokon hat British Stoves gedankt
  • PRO
    hokon

    So weit schon einmal vielen Dank an Alle !

  • PRO
    hokon

    Auf den ersten technischen Entwurfszeichnungen werden einem auch mit viel Erfahrung die Ausmaße nicht wirklich bewusst.



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    Die ersten Entwürfe zur Ansicht in 3D sehen schon größer aus, so richtig zu begreifen sind die Dimensionen aber auch hier nicht. Ist ja auf dem Bildschirm nicht größer als eine normale Treppe.





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    Zum besseren Verständnis und als guten Eindruck beim ersten Treffen noch ein paar 3D Ausdrucke gemacht. Und auch wenn es verrückt ist, den 3D Drucker haben ich nur dafür angeschafft. Gibt eben keine zweite Chance für den ersten persönlichen Eindruck

    Ehrlich gesagt war es aber eine willkommene Ausrede endlich so ein Ding zu kaufen und wenn dann natürlich gleich einen richtig Guten ;-). Dieser wird jetzt natürlich auch regelmäßig genutzt.

    Ein Sigma von BCN3D mit zwei Druckköpfen für zwei verschiedene Farben, oder zwei unterschiedliche Materialien.



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    Für ein schnelleres Ergebnis zuerst in ganz kleiner Variante.





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    Für den Junior gleich noch ein Namensschild :-).



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    Dann auf nach Norwegen. Düsseldorf - Oslo mit dem Flieger, Oslo - Moelv mit dem Leihwagen durch den Schnee. Nach neuen Jahren endlich wieder nach Norwegen und das zu diesem Anlass, unglaublich.



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    Das Gespräch verlief super. Das mein norwegisch noch (mit übern vorher) zum Vorstellen und ein ganz bisschen Smalltalk gereicht hat war schon ein guter Einstieg.

    Beim Gespräch habe ich dann auf einen passenden Moment gewartet um den 3D Ausdruck aus der Tasche zu holen. Dieser ist gekommen, als meine Mail mit den 3D Entwürfen nicht gefunden wurde.

    "No problem, I have the stair in my bag."

    "You have the pictures? That's good."

    "No, the stair!"

    "Sorry, what do you mean? The pictures?"

    Zack den Ausdruck auf den Tisch. Große Augen und absolute Ruhe im Raum.

    "Do you have a own 3D printer ?"

    "Sure. you not?" ( Ich weiß, ein bisschen gemein :-))) )

    Später wurde mir erzählt, dass die Architekten wilde Diskussionen hatten, wer den Ausdruck mit nach Hause nehmen und behalten darf :-))).

    Für das erste Treffen bei uns in der Werkstatt und mit weitern Projektbeteiligten auf der Baustelle habe ich mir dann die nächste Überraschung überlegt!

  • PRO
    Licht + Planung GmbH & Co. KG

    Supercool...Hammer....sehr gut...das ist Leidenschaft und absolute Proffesionalität!

    hokon hat Licht + Planung GmbH & Co. KG gedankt
  • PRO
    raumkonzepte

    Ganz große Klasse!!!

    hokon hat raumkonzepte gedankt
  • Ph O

    Irre!

    hokon hat Ph O gedankt
  • PRO
    FINDHUS

    Lieber Jörn,


    auch ich durfte dieses Projekt von Anfang an ja regelmässig mitverfolgen und habe oftmals entweder ungläubig mit dem Kopf geschüttelt oder war einfach sprachlos. Dieses Projekt steht für eine neue Ära für hokon aber auch für Jörn Brenscheidt, denn hiermit hat sich bei dir so vieles verändert und bewegt.


    In vielen Dingen wie z.B. Wagemut, Perfektion und Leidenschaft bist du eines meiner Vorbilder.


    Chapeau!!

    hokon hat FINDHUS gedankt
  • PRO
    hokon

    Dann ging es bei herrlichem Wetter endlich nach Stavanger zur ersten Besichtigung, Baubesprechnung und Unterschrift des Vertrags.

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    Natürlich ist Norwegen auch aus der Luft ein beeindruckend schönes Land.





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    Immer näher und auch immer aufgeregter :-)



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    Nach so vielen Jahren mal wieder norwegische Fischsuppe.

    Das habe ich dann zur kleinen Tradition gemacht, bei jedem Besuch der Baustelle gibt es min. einmal diese Fischsuppe im Fisketorget am Hafen



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    Beim Essen wurde ich dann gefragt, ob ich auf dem Rückweg schon mal gucken möchte, die Baustelle liegt quasi auf dem Weg.

    Unter uns, Stavanger ist nicht so groß, da liegt fast alles auf dem Weg ;-)

    Wir also los und plötzlich standen wir vor diesem UNGLAUBLICH großen Gebäude.



    Mir fehlen selten die Worte, aber da war ich sprachlos. In mir sah es da ganz anderes aus, meine Gedanken rasten mindesten so wie mein Herz :

    "so groß ist das Ding? SOOOO groß??? Und die geben DIR die Verantwortung dafür die Treppen zu bauen? Das können die doch nicht ernst meinen, sind die denn völlig wahnsinnig?"

    Kato hat wohl gemerkt wie es mir geht und meinte nur sehr ruhig und nett :

    "We believe in you. It's been a long day and a long way for you, go to sleep and tomorrow we'll look at everything together. After that you will feel better."





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    Im Hotel habe ich dann bemerkt, dass unsere Branche ja klimaneutral und ökologisch ist ;-)



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    Wirklich kleiner sah es aber auch am nächsten morgen nicht aus.



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    Dort gehen dann mal unsere Treppen hoch, die längsten freischwebenden Treppen aus Massivholz der Welt. Kaum zu glauben.





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    Kato, ich und Åge (v.L) vor einer fantastischen Aussicht in den Hafen von Stavanger.

    Vielen Dank an Euch Zwei für diese unglaubliche Chance und Euer Vertrauen!





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    Jaja, Querstreifen machen das Gegenteil von Schlank.



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    Als nächste Überraschung habe ich dann unsere Hololens mitgebracht und die Treppen zum ersten mal als 3D-Hologramm in originaler Größe gezeigt.

    Als die Sonne etwas weniger wurde habe ich damit die Treppen sogar in das Treppenhaus "stellen" können und wir haben ein erstes Gefühl bekommen wie diese mal wirken werden.

    Das hat auch richtig für Aufsehen auf der Baustelle gesorgt. nach wenigen Minuten hat keiner mehr gearbeitet und Alle haben nur noch geguckt und gefragt was wir denn da machen.



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    Danach ging es an die Detailplanung und die hatte wirklich einige böse Überraschungen parat.

    Aber alles Schlechte kann auch etwas Gutes haben und ich habe dabei enorm viel gelernt.

    Zusätzlich konnte ich mich und das in mich gesetzte Vertrauen beweisen -zumindest war das die Aussage von Åge...

  • Oksana Call

    Die Treppe ist nicht nur ein Meisterwerk, sondern auch ein Kunstwerk! Und in diesem Ausmaß.... Respekt!

    hokon hat Oksana Call gedankt
  • Girasol

    Meine tiefe Hochachtung und allergrößten Respekt vor dieser Leistung. Herzlichen Glückwunsch!

    hokon hat Girasol gedankt
  • PRO
    Petra E

    Wirklich beeindruckend, Herr Brenscheidt, weiterhin viel Erfolg!!

    hokon hat Petra E gedankt
  • Andreas Degen

    Kompliment! Ein äusserst interessanter Artikel. Bitte bleiben Sie dran. Und chapeau ob Ihrem Mut und Zuversicht, diese riesen Herausforderung zu schaffen. Andererseits auch eine riesen Chance! Freue mich auf weitere Berichte

    hokon hat Andreas Degen gedankt
  • PRO
    Arkadius GmbH

    Kompliment ,weiterhin viel Erfolg

    hokon hat Arkadius GmbH gedankt
  • PRO
    hokon

    Dann ging es an das Aufmaß und die Konstruktion der Treppen.

    Die Reihenfolge und die weiteren Schritte zum Thema Konstruktion werden ich chronologisch nicht ganz richtig schreiben. Es gab von Seiten meiner Kunden einige gravierende Probleme, aber solche außergewöhnlichen Kunden haben es nicht einmal ansatzweise verdient, dass sie in ein schlechtes Licht gerückt werden, oder sich sogar in die Pfanne gehauen fühlen.

    Ungewöhnlich fair war auch, dass nie darüber diskutiert wurde, ob die durch die Probleme verursachte Verzögerung angemessen, oder vielleicht zu lang war.

    Nur soviel, die im Urlaub so angenehme tiefe, norwegische Entspanntheit hat mich bei diesem Projekt manchmal fast wahnsinnig gemacht :-)))

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    Als Erstes muss natürlich alles genau aufgemessen werden.

    Gemessen habe ich alles mit unserem 3D-Scanner Flexijet2. Um möglichst präzise messen zukönnen habe ich mir einen Standort gesucht von dem aus ich alle Anschlusspunkte der Treppen zum Gebäude messen kann.

    Zur Präzision schreibe ich später noch etwas, nur soviel UNGLAUBLICH.

    Weil das Dach zur Montage noch geöffnet bleiben musste, aber trotzdem im Winter im ganzen Gebäude gearbeitet wurde, war das ganze Atrium eingepackt und mir wurde eine Hilfe zum öffnen des Gebäudes gestellt.

    Jeder Punkt musste genau fixiert werden. Weil die Entfernung zu weit war und natürlich genau an diesem Tag die Sonne so stark schien, musste ich zu jedem Messpunkt laufen und gucken. Teilweis mit artistischen Einlagen, zum Vergnügen der anderen Arbeiter.

    Fazit für ein Aufmaß 13.576 Schritte und 950 Treppenstufen hoch. Und das bei -5°C.

    Man war ich müde.









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    Dann wurde konstruiert.

    Hier zu mal etwas zu Thema Industrie 4.0, oder besser "kleine Firmen und moderne Technik".

    Weil es an den Treppen einige Details wie z.B. die Befestigung und Verbindung am Gebäude gab, welche nicht Treppenbau, sondern statischem Holz entsprechen, habe ich mit ein keines (2 Personen) Ingenieurbüro zur Hilfe geholt.

    Der eine Mitarbeit ist in Frankfurt, der andere Mitarbeiter sitzt in New York.

    Ich war zu der Zeit gerade in Guangzhou um mir meine chinesische Auszeichnung als Designer abzuholen und gleich auf der Designmessen noch unsere Möglichkeiten zu präsentieren.

    Wir haben alle drei an der Konstruktion gearbeitet. Ich habe morgens angefangen, wenn ich fertig war habe ich die Dateien mir Fragen und Aufgaben nach Frankfurt gemailt, als der Kollege in Frankfurt fertig war, ging die Datei mit den nächsten Fragen und Aufgaben in New York.

    Als in New York Feierabend war bin ich gerade wieder aufgestanden und hatte meine Fragen und Aufgaben im Mailpostfach.

    Es ist unglaublich was Zeitverscheibung für eine Geschwindigkeit bringen kann!

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    Um die Treppen stabil genug zu gestallten mussten Unmengen an Holz zur Versteifung verbaut werden. Insgesamt besteht jede Treppe aus 9.8m3 Holz.

    Für eine klassische Wangentreppe in einem Einfamilienhaus braucht man ca. 0.6m3 Holz.






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    Als nächstes geht es dann in die Produktion.

  • PRO
    Petra E

    Kurze Zwischenfrage: Wie genau funktioniert das mit dem Fixieren der Punkte?

    hokon hat Petra E gedankt
  • PRO
    hokon

    Der Laser misst in Drei Achsen (Drehachse, Kippachse, Distanz).

    Die Drehachse und die Kippachse können per Hand, oder per Fernbedienung so dreht werden, dass der Laserpunkt z.B. direkt auf ein Befestigungspunkt leuchtet (wie mit einem Laserpointer)

    Von diesem Punkt werden die Werte der Drehachse, der Kippachse und die Distanz zum Standort des Lasers gemessen und gespeichert. Danach wird alles auf den nächsten Punkt gedreht und wieder alle drei Werte gespeichert.

    Aus diesen sechs Werten (Anfangs- und Endpunkt) Lässt sich in allen drei Achsen die Differenz von einem Punkt zum nächsten errechnet werden.


    Bei diesen Treppen gibt es insgesamt 32 Punkte an denen die Treppen das Gebäude berühren. Es war wichtig zu messen, wie die Parallelität und Winkel aller Balken und der Befestigungspunkte zueinander sind.

    Es gibt aber noch verschiedene andere Möglichkeiten zur Fixierung der Punkte.

    In diesem Fall war es so, dass es Punkte gibt welche wir erreichen müssen, an der die Treppen befestigt werden, oder zu denen wir parallel verlaufen müssen.


    Der Laser ist so präzise geeicht, dass eine Kugel mit 20.000mm Durchmesser auf 0.5mm genau gemessen werden kann!!!


  • PRO
    Petra E

    ah okay, danke für die ausführliche Erklärung! schon dieser eine Schritt klingt wie eine große Herausforderung:) wirklich beeindruckend!

    hokon hat Petra E gedankt
  • Helvi

    es macht total viel Spaß diesen "Blog" hier zu lesen! :) Ich freue mich darauf, wie es weiter geht!

    hokon hat Helvi gedankt
  • PRO
    hokon

    Hallo Helvi, vielen Dank :-) !

    Ich gebe mir sehr viel Mühe meinen Blog nicht trocken zu gestallten und auch alle Leser an meinen/unseren Gefühlen und er Spannung beim Projekt unseres Lebens als Familienbetrieb teilhaben zu lassen.

    Daher bin ich sehr glücklich, wenn es Ihnen (und hoffentlich auch anderen) viel Spaß macht es zu Verfolgen und Sie neugierig sind wie es weitergeht.

    Wir sind natürlich schon viel weiter als hier gezeigt. Wir sind Seit letzte Woche Mittwoch fertig und am letzten Donnerstag war Abnahme in Stavanger.

    Exakt ein Jahr nach Beginn der Konstruktion zur tatsächlichen Produktion und am Geburtstag meiner kleinen Schwester.

    Donnerstag Morgen sind wir ganz in Ruhe von unten nach oben gelaufen, haben uns alles genau angeguckt. Ganz oben waren meine Schwester und ich so gerührt vor Freude, dass es erst mal einpaar "Armschumser" und Freudentränen gab.

    Am späten Nachmittag war ich dann alleine mit den Kunden zur offiziellen Abnahme.

    Das war dann wirklich unglaublich, dazu aber später mehr, wenn es im Blog soweit ist.

    Vielen Dank an alle die es hier verfolgen und ich freue mich über jeden Leser und jeden Kommentar :-)

  • PRO
    hokon

    Als nächstes ging es dann mit der Produktion der Treppen los.


    Weil wir ja alles digital und papierlos gemessen und konstruiert haben, ging es auch in der Fertigung bei jedem möglichen Arbeitsschritt digital und ohne unnötiges Papier weiter.

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    Unmengen an geraden Leimbindern wurden für das unsichtbare, aber statisch notwendige innere Tragwerkstruktur nötig. Das auf den Bildern sichtbare Material reicht ungefähr für eine halbe Treppe. Aber halt nur für die innere Struktur, die sichtbaren Wangen haben ein vielfaches.



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    Andere Bauteile sind so groß, dass wir diese nicht mehr auf unsere Maschine bekommen und von einem Kollegen bearbeiten lassen. Unsere Maschine kann zwar viel mehr, aber hier kommt es hauptsächlich auf die schiere Größe an.










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    Selbst die kleinste sichtbare Wange ist immer noch so Groß, dass 10 Erwachse Platz haben und es immer noch nicht eng wird.









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    Weil es mittlerweile Januar geworden, es in Stavanger sehr kalt ist und vor allem um sicher zusein das Alles passt, habe ich vorgeschlagen, die Treppen nicht in Norwegen, sondern in Deutschland vorzumontieren. Das hat allerdings zur Folge, das wir je Stockwerk zwei riesige Teilen mit LKW`s welche Übergröße transportieren können nach Norwegen bringen müssen.

    In einem Stück ist es nicht einmal theoretisch möglich die Treppen nach Norwegen zu liefern.


    Diese Idee hat unseren Kunden gut gefallen und so ging es als nächstes noch in Deutschland an die Vormontage.

  • Helvi

    Wie geht's denn weiter? ;)

    hokon hat Helvi gedankt
  • Nane

    Ich bin auch schon sehr gespannt!

    hokon hat Nane gedankt
Deutschland
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