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Was ist eigentlich Baumpflege?

Die Baumpflege hat sich in Deutschland in den letzten 30 Jahren zu einem wichtigen und anerkannten Berufsfeld entwickelt. Baumpfleger tragen durch ihre Arbeit dazu bei, dass sich Bäume gesund entwickeln können. Zugleich sollen Bäume auch sicher sein, sodass keine Gefahr von ihnen ausgeht. Durch regelmäßige Baumkontrolle, Kronenpflege und Förderung guter Standortbedingungen kann dieses Ziel erreicht werden.



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Warum sind Bäume wichtig?


Im Siedlungsbereich, in Gärten und Parks spielen Bäume eine sehr wichtige Rolle für das Wohlbefinden von uns Menschen. Sie gestalten unsere Lebensräume mit, sie spenden Schatten und Sauerstoff, fangen Staub auf und verdunsten Wasser. All das führt speziell in der warmen Jahreszeit zu einem deutlich angenehmeren Klima. Bäume sind bedeutsam für Lebewesen aller Art. Kleinen Säugetieren, Vögeln und Insekten geben sie Nahrung und Lebensraum.


Was ist fachgerechte Baumpflege?


Fachgerechte Baumpflege ist bestrebt, durch regelmäßige Maßnahmen vitale und verkehrssichere Bäume zu entwickeln, zu erhalten und wiederherzustellen*. Das beginnt bei der Jungbaumpflege, geht über die wiederkehrenden Schnittmaßnahmen der Kronenpflege bis hin zum Einbau von Kronensicherungen und der Sanierung von Baumstandorten. Zur Baumpflege gehört auch die Baumpflanzung, bei der die Grundlage für das gesunde Wachstum des Baumes geschaffen wird; beispielsweise durch eine gute Bodenvorbereitung und ein spezielles Baumsubstrat. Am Ende eines Baumlebens ist dann die sichere Fällung von Bäumen eine weitere Aufgabe der ausgebildeten Baumspezialisten. Von allen Beteiligten müssen dabei jederzeit die Belange des Artenschutzes berücksichtigt werden.


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Baumkontrolle und Verkehrssicherheit


Regelmäßige Baumkontrollen im belaubten oder unbelaubten Zustand stellen den konkreten Handlungsbedarf für die Baumpflegearbeiten fest. Die Verkehrssicherheit der Bäume im öffentlichen Raum zu überwachen und den Baumschutz bei Baumaßnahmen sicherzustellen, gehört zu den Pflichten der jeweiligen Baumeigentümer. Hier sind die professionellen Baumpflegebetriebe als kompetente Partner von Kommunen, Hausverwaltungen und privaten Baumbesitzern unentbehrlich.


Kronenpflege


Die Kronenpflege ist die häufigste baumpflegerische Maßnahme. Unerwünschte Entwicklungen in der Krone, wie Zwieselbildung oder Konkurrenztriebe, werden durch Schnittmaßnahmen reguliert, die überwiegend im Fein- und Schwachastbereich bis 5 cm Astdurchmesser liegen. Tote, kranke, absterbende, sich kreuzende oder reibende Äste werden bei der Kronenpflege entfernt.


Sind Kappungen fachgerecht?


Unter den Fachleuten der Baumpflege gibt es dazu eine einhellige Auffassung: Eine Kappung ist im Gegensatz zur Einkürzung baumzerstörend. Hierbei wird die Krone ohne Rücksicht auf Habitus und physiologische Erfordernisse abgesetzt. Im fachlichen Regelwerk, der ZTV-Baumpflege 2017, werden durchaus auch Eingriffe in der Krone beschrieben, die über die schonenden Form- und Pflegeschnitte hinausgehen. Diese Sondermaßnahmen dienen in der Regel dazu, die Verkehrssicherheit wiederherzustellen, beispielsweise nach Sturmereignissen. Fachgerechte Baumpflege versucht auch hier, nach Möglichkeit die natürliche Wuchsform (Habitus) zu erhalten und auch bei Einkürzungen auf einen Seitenast (Zugast) abzuleiten. Kappungen und starke Einkürzungen von gesunden Bäumen sind dagegen nicht fachgerecht. Im Laufe der Zeit verursachen Kontrolle und Nachbehandlung gekappter Bäume erhebliche Mehrkosten für die Baumeigentümer.



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Kronensicherungen


Die Sicherheit bruchgefährdeter Kronenteile lässt sich mit dem Einbau von Kronensicherungssystemen erhöhen oder wiederherstellen. Baumpfleger installieren je nach Erfordernis unterschiedliche, baumschonende Seil- oder Sicherungssysteme. Mit diesen technischen Systemen lassen sich oftmals starke Schnittmaßnahmen oder sogar die Fällung von Bäumen vermeiden.


„Sommerschnitt“ und Artenschutz – wann dürfen Bäume geschnitten werden?


„Bäume werden im Winter geschnitten oder gefällt“ – so war die landläufige Meinung noch vor 30 Jahren. Zur professionellen Baumpflege gehören auch in der Frage des Schnittzeitpunktes fundierte Kenntnisse: Aus dem Blickwinkel der Baumbiologie sind Schnittmaßnahmen aus physiologischen Gründen während der Vegetationsphase auszuführen – zwischen Blattentfaltung und Blattverfärbung, so die ZTV-Baumpflege. In diesem Sinne gibt auch das Bundesnaturschutzgesetz in § 39 Abs. 5 grünes Licht und legt fest, dass „schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen und zur Gesunderhaltung von Bäumen“ ganzjährig zulässig sind. Während der Vegetationszeit achten Baumpfleger besonders darauf, dass schützenswerte Fauna und Flora durch die Baumpflegemaßnahmen nicht gestört oder beeinträchtigt werden.


Wann dürfen Bäume gefällt werden?


Für Baumfällungen ist generell der Zeitraum der Winterruhe vom 01.10. bis 28.02. vorgesehen. Von dieser einfachen Regel gibt es Abweichungen in beide Richtungen, die mehr erlauben oder mehr einschränken. Vor einer Fällung muss geprüft werden, ob es am betreffenden Standort eine kommunale Baumschutzsatzung gibt, die eine Fällung im privaten Bereich einschränkt oder verbietet. Sie ist meist auf bestimmte Baumarten und Baumgrößen bezogen. Andere Bäume sind etwa durch einen Bebauungsplan oder gar als Naturdenkmal ganzjährig geschützt. Auch in die andere Richtung gewährt das Bundesnaturschutzgesetz Spielraum. So dürfen auf gärtnerisch genutzten Grundflächen, zu denen auch der Hausgarten gehört, auch nach dem 28. Februar Gehölze entfernt werden, sofern nicht Belange des Artenschutzes oder der Behörde dem entgegenstehen.



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Qualifizierte Baumpflege


Nichts ist billiger zu haben – und am Ende teurer für den Baumbesitzer – als unsachgemäße Baumpflege. Aus diesem Grund hat sich der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau für die Entwicklung von speziellen Qualifikationen und beruflichen Fort- und Weiterbildungen in der Baumpflege stark gemacht. Qualifizierte Baumpflegebetriebe zeichnen sich aus durch hohe Fachkenntnis auf aktuellem Stand und qualifizierte Mitarbeiter, die über eine spezielle Ausbildung in der Baumpflege verfügen.

Wir setzen uns ein für unsere Kunden, für gesunde Bäume und eine natürliche Umwelt.


Abschlüsse in der Baumpflege


Seit 1993 gibt es in Deutschland den Abschluss Geprüfter Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung (m/w), der als Fortbildung beispielsweise auf die Ausbildung zum Landschaftsgärtner aufbaut. Als europäische Zertifizierung wurde 1999 der European Tree Worker eingeführt, der Grundkenntnisse in der Baumpflege vermittelt und an den sich der European Tree Techniciananschließen kann. 2005 wurde der Studiengang Arboristik an der Hochschule in Göttingen geschaffen. Seit 2007 gibt es speziell für die Baumkontrolle eine Weiterbildung mit dem Abschluss FLL-Zertifizierter Baumkontrolleur.



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*Der kursive Text ist dem aktuellen Regelwerk der Baumpflege in Deutschland entnommen: ZTV-Baumpflege, Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege, Ausgabe 2017. Hrsg: Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. in Bonn – www.fll.de.

Kommentare (3)

  • PRO
    Ommertalhof Gartenmanufaktur Schroeder

    Hallo Albrecht , ein wirklich schöner und objektiver Bericht über das Thema Pflege von Bäumen .

    Sehr schön auch diese klare Distanzierung gegenüber der Kappung .

    Hier im Kölner Raum ist diese nämlich, bis auf ganz wenige Ausnahmen das Maß aller Dinge .

    Überall sieht man Betriebe die mit der Seilklettertechnik werben , dann aber verbrannte Erde , wie man auf den nachfolgenden Bildern sehen kann hinterlassen .

    Von der Pflege der unterirdischen Teilen der Gehölze haben diese Baumschnitzer , bis auf das Ausfräsen von Wurzelstubben noch nichts gehört.

    Deshalb freut es mich sehr , dass hier diesem Thema soviel Respekt gezollt wird .

    Danke dafür .

    Frank Schroeder





  • PRO
  • PRO
    Albrecht Bühler Baum und Garten GmbH

    Danke, lieber Frank für Dein freundliches Feedback. Den Text gibt es auch als Broschüre vom Verband Galabau in Baden Württemberg. Kann dort kostenlos angefordert werden. Ich arbeite dort ehrenamtlich im Vorstand. Herzliche Grüße nach Lindlar, Albrecht

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