Architektur
Architektur: Ein bretonisches Haus wie eine Camera obscura
Gebaut für einen Fotografen: Die Fenster dieses modernen Hauses fangen, wie das Objektiv einer Kamera, die Landschaft der Bretagne ein
Dieses von Studio Razavi entworfene Wohnhaus ist im Dialog entstanden: Der Bauherr, ein Fotograf, gab dem Architektenteam viele Impulse für das Heim, das ihm für sich und seine Familie vorschwebte. Mitten auf der grünen Wiese errichtet, wirken heute alle Ausblicke des L-förmigen Gebäudes wie Landschaftsaufnahmen. Im Südflügel hat sich der Hausherr sein Fotostudio eingerichtet. Dank asymmetrischer Form und minimalistischem Design ist der monolithische Bau ein echter Blickfang.
Auf einen Blick
Hier wohnen: ein Fotograf, seine Frau und die zwei Kinder
In: Loctudy, Bretagne, Frankreich
Auf: 105 Quadratmetern
Architekten: Studio Razavi
Fotos: Olivier Martin Gambier
Auf einen Blick
Hier wohnen: ein Fotograf, seine Frau und die zwei Kinder
In: Loctudy, Bretagne, Frankreich
Auf: 105 Quadratmetern
Architekten: Studio Razavi
Fotos: Olivier Martin Gambier
Bei der Wahl des Standorts für sein neues Haus ließ sich der Eigentümer und Fotograf ganz von der Natur leiten. Das Grundstück liegt inmitten von Feldern; auf der einen Seite führt eine kleine Landstraße vorbei, auf der anderen beginnt der Wald. Die Architekten von Studio Razavi fanden Inspiration für ihren Entwurf vor allem im Beruf ihres Kunden. „Im Zentrum unserer Überlegungen stand die Idee, dem Bauherren verschiedene Blickwinkel über das Land zu ermöglichen, als würde er durch eine Kamera schauen.“
Die Zusammenarbeit zwischen Architekten und Bauherrschaft war von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Lediglich zwei Vorgaben hatte der Fotograf gemacht: Zum einen sollte das Haus eingeschossig sein, zum anderen wünschte er sich ein Fotostudio, in dem er völlig ungestört seiner Arbeit nachgehen kann. Anders als es das Ergebnis vermuten lässt, war das Budget für die Errichtung des Haus recht beschränkt. Mit viel Know-how holten die Architekten das Beste heraus, indem sie sich zum Beispiel bei der Auswahl der Fenstermodelle auf drei Größen beschränkten.
„Damit sich das Haus harmonisch in seine Umgebung einfügt, haben wir einen fächerartigen Grundriss entwickelt, der sich nach Süden hin komplett öffnet und nach Norden hin geschlossen ist“, erklären die Architekten. Auf diese Weise entstand eine Art Kokon. Die Schlafzimmer sind gut geschützt angeordnet, so dass sich die Luftzirkulation – und damit die Wärmeverteilung – optimal regulieren lässt.
Ursprünglich wünschten sich die Eigentümer eine Holzverkleidung für die Fassade, aber die Architekten waren von der Idee nicht überzeugt, weil das für die Bretagne und speziell für die Region Süd-Finistère eher untypisch wäre. „Schließlich konnten wir sie für einen weißen Putz begeistern, der viel besser in die regionale Architekturlandschaft passt.“
„Von außen betrachtet wirkt das Haus wie eine mitten aufs Feld platzierte Insel“, so die Architekten. Die große Terrasse aus Teakholz verstärkt diesen Eindruck noch. Die an der Hausecke spitzwinklig zueinander verlegten Holzlatten setzen außerdem die verwinkelte Architektur des Hauses fort.
Das Haus ist in L-Form konzipiert. Im rechten Flügel neben dem Eingang wurde das Fotostudio eingerichtet, in dem der Hausherr völlig ungestört arbeiten kann.
Wie der Außenputz sind auch die Tür- und Fensterrahmen weiß. Während alle anderen Fenster in den drei festgelegten Standardgrößen eingebaut wurden, sind drei große Panoramafenster mit Zugang zur Terrasse anders bemessen. Alle Modelle wurden rahmenlos in die Fassade eingebaut: „Wir haben hier ganz konventionell in Beton gebaut“, so die Architekten.
Wie der Außenputz sind auch die Tür- und Fensterrahmen weiß. Während alle anderen Fenster in den drei festgelegten Standardgrößen eingebaut wurden, sind drei große Panoramafenster mit Zugang zur Terrasse anders bemessen. Alle Modelle wurden rahmenlos in die Fassade eingebaut: „Wir haben hier ganz konventionell in Beton gebaut“, so die Architekten.
Dennoch ist das Haus überhaupt nicht traditionell gestaltet und steht im starken Dialog mit der Umgebung, ein klares Merkmal moderner Architektur. Dank seines fächerartigen Grundrisses bietet sich durch jedes Fenster ein neuer Blick auf die Landschaft.
Passend zum fächerartigen Grundriss fällt der Eingangsbereich eher klein aus und führt über einen breiter werdenden Flur direkt in den Wohnbereich. „Man folgt sozusagen dem Licht“, so einer der Architekten. Dieser Effekt wird von Leuchtröhren an der Wand noch verstärkt, die immer größer werden, je näher man Küche und Wohnzimmer kommt.
Ist der Eingangsbereich noch recht klein und niedrig, so öffnet sich der Raum danach sowohl in der Breite als auch in der Höhe.
Bei der Planung eines Hauses, das die Liebe seiner Eigentümer zur Natur widerspiegelt, muss natürlich auch an die Umwelt gedacht werden. Zwar handelt es sich nicht um ein Passivhaus, doch Nachhaltigkeit spielte beim Bau und der Einrichtung eine wesentliche Rolle. Davon zeugen auch Kleinigkeiten, wie die energiesparenden Leuchtstoffröhren als auch der Holzofen zum Heizen des Wohnbereichs.
Die Innenwände sind schlicht weiß verputzt, was dem Raum sowohl eine sanfte als auch eine rohe Note verleiht. „Wie schon für die Fassade haben wir auch für den Innenbereich ein schlichtes Design vorgeschlagen, samt großem Wohnzimmer mit sehr hoher Decke sowie offenen Zwischenetagen, die über Leitern zugänglich sind.“
Von der dreieckigen Sitzfensterbank aus hat man einen wunderschönen Blick in die Natur. Da ist es auch nicht weiter schlimm, dass sich das Fenster nicht öffnen lässt. Hier sitzen die kreativen Familienmitglieder oft zusammen, um gemeinsam zu musizieren oder zu lesen.
Für einen einheitlichen Look ist das Haus größtenteils mit demselben anthrazitfarbenen Fußboden aus Feinsteinzeug ausgestattet. Bei den Möbeln ließen sich die Eigentümer vom Scandi-Look inspirieren: Hier sorgen viel helles Holz und klare Formen für ein harmonisches Ganzes.
Für die Schlafzimmerfußböden wählten die Eigentümer helles Kiefernholz. Aufgrund der Gesamtarchitektur und der Raumaufteilung wurden die Fenster hier versetzt angeordnet.
Die zwei jugendlichen Kinder haben jeweils ein eigenes Zimmer mit Zwischenetage und einem En-Suite-Badezimmer, das in eine Ecke des Zimmers eingebaut wurde. Um den Platz optimal zu nutzen, befinden sich in dem kleinen Flur jede Menge Regale für Bücher & Co.
Die zwei jugendlichen Kinder haben jeweils ein eigenes Zimmer mit Zwischenetage und einem En-Suite-Badezimmer, das in eine Ecke des Zimmers eingebaut wurde. Um den Platz optimal zu nutzen, befinden sich in dem kleinen Flur jede Menge Regale für Bücher & Co.




















