Architektur
Architektur: Ein verglaster Bungalow am Stadtrand von Wien
Weite Glasfronten und eine lärchenholzverkleidete Fassade holen die Natur ins Innere des minimalistischen Ferienhauses
Die Bauherren hatten klare Vorstellungen, als sie auf Architekt Thomas Moosmann zukamen. Auf dem Grundstück an der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich sollte ein Bungalow entstehen, der den parkähnlichen Garten inszeniert und auch bei Regen den Aufenthalt im Freien angenehm gestaltet. Der Architekt entwarf einen schlichten Bau, der wie ein Floß auf der Wiese liegt, umgeben von einer riesigen, teilweise überdachten Terrasse.
Die Fenster laufen auf Schienen zwischen der Dach- und der Bodenplatte. Feststehende Elemente an den Ecken sind lediglich über die Profile miteinander verbunden. Filigrane, unauffällige Stahlstützen in den Innenecken des Hauses tragen das Dach. Sie sind mit Bewehrungen in der rund 30 Zentimeter starken Fundamentplatte verankert. An der Rückseite stabilisiert eine Holzkonstruktion den Bungalow. Wie eine Box ist sie zwischen Dach und Bodenplatte eingeschoben. Die an den Außenseiten mit Lärchenholz verkleidete Box schließt mit der überstehenden Dachplatte ab. In ihr sind die Schlafzimmer, das Bad und der Technikraum untergebracht.
Inspirationen zu modernen Häusern mit Flachdach
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Der Eingang liegt zwischen Box und offenem Wohnraum. Am Ende des Flures zwischen Box und Küchenrückwand führt wiederum eine Tür ins Freie. „Der Kücheneinbau steht wie ein Paravent im Raum“, erläutert der Architekt. Nur zwei Stahlstützen reichen bis zur Decke. Der Einbau selbst ist niedriger als der drei Meter hohe Innenraum.
„Die voll ausgestattete Küche ist das zentrale Element. Sie dient als Raumteiler, auch zwischen den einzelnen Bereichen des offenen Wohnraums“, so Moosmann. Die schwarzen Phenolharzplatten der Einbauten wurden mit einer Arbeitsfläche aus grau-schwarzem Stein kombiniert. „Die Küche musste unbedingt schwarz sein. Die dunklen Oberflächen im Inneren nehmen den Raum zurück. Dadurch wirkt die Umgebung stärker. Eine helle Küche wäre zu stark in Konkurrenz mit der Landschaft getreten.“
Die Kücheninsel trennt Ess-, Koch- und Wohnbereich voneinander. Sie steht auf hellen Eichendielen deutscher Herkunft, die, mit Ausnahme der Bäder, im gesamten Bungalow verlegt sind. Am Essplatz dominiert ein großer Tisch, während im Wohnbereich ein Kamin steht.
„Der Kamin ist mehr für’n Gusto, wie die Wiener sagen“, so Moosmann. Eine Fußbodenheizung, die mit Erdwärme betrieben wird, ist der eigentliche Wärmespender. „Die Bauherren wollten anfangs keine Heizung. Es sollte ja nur ein Sommerhaus sein. Doch wir haben schon wegen des Wiederverkaufswertes des Hauses zu einer Heizung geraten. Außerdem ist das Haus damit ganzjährig bewohnbar“, erzählt der Architekt.
Freistehende Kamine – Basics zu Form, Einbau und Kosten
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Die offenstehende Tür hinter dem Kamin führt in eines der beiden Schlafzimmer. Die beiden Schlafzimmer liegen, achsensymmetrisch angeordnet, links und rechts in der Box. Ihre maßgefertigten Tischlertüren schließen zargenlos mit der Wand ab.
Da der hintere, holzverkleidete Teil des Anbaus breiter ist und über den verglasten Teil hinausragt, ist auch von hier der Blick in den Garten frei. Die seitlichen Fenster sind mit Lärchenholzlamellen verkleidet, damit der einheitliche Charakter der Box erhalten bleibt.
Da der hintere, holzverkleidete Teil des Anbaus breiter ist und über den verglasten Teil hinausragt, ist auch von hier der Blick in den Garten frei. Die seitlichen Fenster sind mit Lärchenholzlamellen verkleidet, damit der einheitliche Charakter der Box erhalten bleibt.
Unter dem Dachüberstand mit 2,50 Metern Breite kann man auch bei Regen gemütlich sitzen. Die Terrasse ist allerdings wesentlich größer. Ihre 244 Quadratmeter sind mit wetterbeständigem Holz belegt, auch um die Wiese ein wenig auf Abstand zum Wohnbereich zu halten.
„Auf der Wiese ist eine besondere Samenmischung gesät. Gras und Blumen werden bis zu einem Meter hoch. Zwei- oder dreimal im Jahr kommt dann ein Bauer zum Mähen“, verrät Moosmann.
Wohnen auf einer Ebene: 11 der schönsten Bungalows im Grünen
„Auf der Wiese ist eine besondere Samenmischung gesät. Gras und Blumen werden bis zu einem Meter hoch. Zwei- oder dreimal im Jahr kommt dann ein Bauer zum Mähen“, verrät Moosmann.
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Auch das Dach ist begrünt. Die Brettsperrholzplatte ist an den Auskragungen mit Leimbindern verstärkt. So wirkt der Bungalow leicht und ist doch stabil gebaut. „Wir haben ein einfaches, schlüssiges System gefunden und umgesetzt“, so Moosmann.
Wie gefällt Ihnen das Projekt? Wohnen Sie selbst auch in einem Bungalow?
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Hier wohnt: ein älteres Ehepaar
Auf: 112 Quadratmetern, mit 244 Quadratmetern Terrasse auf einem rund 3500 Quadratmeter großen Grundstück
In: Stadtrandlage von Wien
Experten: Architekt Thomas Moosmann
Fotos: Thomas Drexel
Eine Bodenplatte, eine Dachplatte und dazwischen eine Box als Rückgrat. Das ist knapp zusammengefasst die Struktur des Bungalows. „Die Architektursprache hat sich wie von selbst ergeben“, erzählt Architekt Thomas Moosmann. Eine bescheidene Aussage, da reduzierte Architektur nicht unbedingt die einfachere Art zu bauen ist. Den Garten in den Mittelpunkt zu stellen bedeutete hier, möglichst große Glasflächen zu haben. Die bodentiefen Fenster kommen ohne Stürze aus, denn: „Anstelle von Unterzügen gibt es im Dach Überzüge“, erklärt der Architekt.