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A-D-V-A Christian Engel .nachhaltig & innovativ

Sehr geehrte Frau,

ich antworte sehr gerne auf Ihren Beitrag. Ich freue mich, dass Sie 2 vertrauensvolle Architektinnen gefunden gehaben , diese gute Arbeit leisten und von Ihnen zumindest den Mindestsatz bekommen, was leider nicht die Regel ist.

Die HOAI wurde 1977 eingeführt, um mit dem Höchstsatz vor allem übertrieben hohe Honorare für Architekten zu verhindern, wie Sie in den 70er und 80er Jahren zum Teil normal waren. Mittlerweile versucht die HOAI mit dem Mindestsatz ein Mindesthonorar für Architekten sicherzustellen. Die Situation hat sich also grundlegend geändert. Das Ihre Architektinnen direkt den Mindestsatz anbieten, liegt wahrscheinlich daran, dass sie aus Erfahrung wissen, dass mehr oft nicht drin ist - leider.

Ihre Aussage, dass die männlichen Kollegen zusätzlich zum Mindesthonorar den Höchstsatz forderten ist etwas irreführend, da man diese beiden Dinge nicht addieren kann - entweder Mindestsatz oder Höchstsatz - beides addiert ist nicht möglich und falsch. Neben Mindest- und Höchstsatz gibt es auch noch den Mittelsatz und 1/4-Sätze ect. Welcher Satz veranschlagt wird, kann zw. Bauherr und Architekt verhandelt werden und ist unabhängig von der Schwierigkeit der Planungsaufgabe. Die Schwierigkeit wird durch die Gebäudeklasse definiert und hierfür gibt es eine Tabelle in der HOAI. Die männlichen "Kollegen" haben Sie da scheinbar wirklich "abzocken" wollen, ich möchte allerdings behaupten, dass diese Vorgehensweise unabhängig vom Geschlecht ist :-).

Bezüglich Kosten für Statiker - die Nebenkosten sind bei den Fachingenieuren nicht höher. Nebenkosten sind z.B. Kosten für Planausdrucke, Telefonkosten, Kopien, Fahrtkosten ect. Das kostet für alle das gleiche. Auch die Versicherungsprämien sind nicht höher, aber Bauingenieure denken tendenziell einfach marktwirtschaftlicher als Architekten und scheuen sich weniger, für Leistung auch Geld zu nehmen wie alle anderen.

Bezüglich 20% oder 80% höherem Honorar bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad - Diese Regelung betrifft nur Umbauten im Bestand, bei denen auch die tragende Konstruktion umgebaut wird, der sogenannte Umbauzuschlag. Die Möglichkeit bis sogar max. 100% betrifft zudem nur Gebäude ab Schwierigkeit IV, z.B. auch Wohnhäuser mit aufwendiger Ausstattung oder auch Häuser in Hanglage.

Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben und vielleicht ein paar Mißverständnisse aufgeklärt zu haben.

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starfish0508

Hallo Herr Engel, ich bitte um Entschuldigung, dass ich falsche sprachliche Kategorien für die Fragen des Mindestsatzes bzw. Höchstsatzes gewählt habe und dabei Begriffe aus dem Bereich des Bauen im Bestand verwendet habe. Die stammen noch aus der Anfangszeit, als ich noch überlegt habe, den vorhandenen Bau zu sanieren. Es ist auch schon eine Weil her, dass ich mich versucht habe zu verstehen, wie das mit dem Honorar zu verstehen war.

Ich bin Laie, was hier unschwer zu erkenn ist. Für andere Laien werden Ihre Aufklärungen allerdings wohl kaum zu mehr Versehen beigetragen haben. Genau hier liegt aus meiner Sicht ein ernstes Problem und ein Beitrag zum Gefühl, dass man sich "ausgeliefert " fühlt und den Eindruck hat, zu viel zu bezahlen. Die Frage der Einstufung des Bauwerks in die Honorarstufen (bestimmt auch schon wieder ein falscher Begriff) ist für Nicht-Fachleute kaum zu verstehen und noch weniger nachzuvollziehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Erst die Einschätzung der Fachfrau bzgl. der Einstufung meines Bauwerks hat mir die Sicherheit gegeben , weiter nach geeigneten Architekten zu suchen.

Wie kann es übrigens sein, dass der Architekt selber die Punkte vergibt, die entscheiden, wie hoch sein Honorar wird, ohne, dass es eine Überprüfungsmöglichkeit für den Klienten gibt? Mit meinen Architektinnen konnte ich von Anfang an "Tacheles" reden und sie sind auf meine Fragen und Bedenken eingegangen, was mir von Anfang Vertrauen eingeflößt hat.

Ich glaube nicht, dass meine Architektinnen meinten, dass nicht mehr "drin" sei. Sie kommen auch so auf eine ahnsehnliches Honorar, da ich mich bei Materialien oft für Qualität statt Baumarkt entscheide, wovon beide ja dann auch profitieren. Was ich beiden von Herzen gönne!

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Belinda

Gute Arbeit verdient eine gute Bezahlung. Ich glaube, der Knackpunkt bei den meisten Bauvorhaben, die finanziell aus dem Ruder laufen, liegt darin, dass während der Bauzeit Änderungswünsche vom Bauherrn eingebracht werden und der Architekt nicht in der Lage und Willens ist, auf die erhöhten Kosten aufmerksam zu mache. Ich rate aus Erfahrung jedem Bauherrn, zusätzlich eine Prämie mit dem Architekten auszuhandeln, die an ihn nur bei Einhaltung der vorgeshenen Kosten gezahlt wird. Das zahlt sich für beide aus.

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