Deko-Ideen
Ganz dufte: Das Kunstblumen-Revival
Blumen aus Seide oder Papier sind in, nachhaltig und halten ewig. Tipps zum Arrangieren und wo Sie schöne Sträuße kaufen
Auf Möbelmessen, in Hotelbars in Skandinavien und zuhauf wieder in den Läden gesichtet: Kunstblumen. Auch wenn sie nicht duften wie frische Blumen, die Vorteile liegen auf der Hand: kein Wasser wechseln, keine welken Blätter, viel nachhaltiger als eingeflogene Rosen aus Kenia. Ob zarte Vergissmeinnicht, filigrane Mohnblumen, prächtige Orchideen oder opulente Magnolien – das Blumenbeet aus Papier und Seide ist riesig.
Die Geschichte der Kunstblume. Wussten Sie, dass die Faszination für künstliche Blumen bereits im antiken Griechenland existierte? Damals bestand das Kunstblumenhandwerk (meist geflochtene Kränze) aus parfümierter Papyrusrinde und Seide. Wachsblumen waren im römischen Reich eine Alternative zu echten Blumen. Im Mittelalter fertigten Nonnen Blumen aus Seide und schmückten damit Kirchen, Altäre und Heiligenbilder.
Ihre Blütezeit erlebte das Handwerk im mittelalterlichen Italien. Später wurde Frankreich zum Zentrum der künstlichen Blumenkultur. Durch Verwendung feiner Seidengaze, den nicht gesponnenen Resten der Seidenkokons und verbesserte Herstellungstechniken wurde die Qualität und Optik gesteigert. Die Handwerkstechnik hatte natürlich ihren Preis. Und so konnten sich nur Reiche Kunstblumen leisten. Mit der Massenherstellung künstlicher Blumen aus Plastik wurden diese zwar erschwinglicher, verloren aber nach und nach oftmals an Qualität und am Image.
Die neuen Kunstblumen. Kunstblumen haftete lange Zeit ein piefiges, eingestaubtes Image an. Vielen waren die Kunstblumen schlichtweg zu billig. Doch mit verbesserten Techniken, feinen Materialien (der Rückkehr zur Seide!) und der wiederentdeckten filigranen Handarbeit werden wieder künstliche Blumen hergestellt, die täuschend echt aussehen und sich sogar realistisch seidig und kühl anfühlen. Kunstblumen mit dem sogenannten Real-Touch-Effekt bestehen aus einer Oberfläche aus Latex, Silikon oder Kautschuk.
Wo finden Sie schöne Kunstblumen?
► Diese Blumen sind aus der „Blütenmacherei“, der Deutschen Kunstblume Sebnitz. Sie sehen aus wie frisch von der Wiese gepflückt, sind aber künstlich.
„Die Deutsche Kunstblume Sebnitz zählt zu den wenigen Manufakturen weltweit, in denen seit 1834 bis heute künstliche Blumen in traditioneller Handarbeit hergestellt werden. Gefertigt sind die faszinierend echt aussehenden Blumen aus Baumwoll- und Seidenstoffen“, erzählt Concept-Store Besitzerin Elisabeth Schotte, die im Süper Store in Berlin-Kreuzberg die hochwertigen Kunstblumen verkauft.
► Diese Blumen sind aus der „Blütenmacherei“, der Deutschen Kunstblume Sebnitz. Sie sehen aus wie frisch von der Wiese gepflückt, sind aber künstlich.
„Die Deutsche Kunstblume Sebnitz zählt zu den wenigen Manufakturen weltweit, in denen seit 1834 bis heute künstliche Blumen in traditioneller Handarbeit hergestellt werden. Gefertigt sind die faszinierend echt aussehenden Blumen aus Baumwoll- und Seidenstoffen“, erzählt Concept-Store Besitzerin Elisabeth Schotte, die im Süper Store in Berlin-Kreuzberg die hochwertigen Kunstblumen verkauft.
Mit Schablonen werden in der Sebnitzer Manufaktur den Stiefmütterchen die schwarzen Gesichter aufgemalt. Die Farbe darf anschließend gerne etwas verlaufen. „So entstehen einzigartige Muster wie in der Natur“, erzählt Geschäftsführer Günter Hartig. Für das Binden einer Blume benötigen die Blümlerinnen, so werden die Mitarbeiterinnen dort genannt, im Durchschnitt etwa 20 Minuten. Für besonders kleinteilige Blüten, etwa die von Wiesenblumen, auch über eine halbe Stunde.
Erfahren Sie hier mehr über die Sebnitzer Kunstblumen im Houzz-Manufakturbesuch
Erfahren Sie hier mehr über die Sebnitzer Kunstblumen im Houzz-Manufakturbesuch
► Das Mailänder Studio L’Erbavoglio bemalt Veilchen, Orchideen und Gänseblümchen aus Kupfer nach einer jahrhundertealten Technik von Hand. So fein, dass die Kunstblumen gar wie filigrane Skulpturen wirken.
► Die Schweizer Textildesignerin Nicole Kunz führt gemeinsam mit Nadine Thommen in ihrem Shop Froilein Blume wunderschöne Kunstblumen, die sich nicht hinter echten Blumen verstecken müssen (Foto). Kunz und Thommen stellen keine eigenen Kunstblumen her, sondern kaufen diese bei Produzenten und arrangieren sie wie Floristinnen zu Sträußen und Kränzen.
Foto: Lego
Die dänische Künstlerin Rie Elise Larsen fertigt sehr große Kunstblumen an. Sie kosten viel, halten aber länger als nur ein paar Tage. In Deutschland findet man sie unter anderem bei Minimarkt in Hamburg. Real-Touch-Blumen kaufen Sie zum Beispiel online bei Real Touch. Fast schon ikonische Blumen aus Plastik gibt es bei Lego (Foto). Ein witziger Blickfang für Groß und Klein.
Die dänische Künstlerin Rie Elise Larsen fertigt sehr große Kunstblumen an. Sie kosten viel, halten aber länger als nur ein paar Tage. In Deutschland findet man sie unter anderem bei Minimarkt in Hamburg. Real-Touch-Blumen kaufen Sie zum Beispiel online bei Real Touch. Fast schon ikonische Blumen aus Plastik gibt es bei Lego (Foto). Ein witziger Blickfang für Groß und Klein.
► Während einer Backpackingtour durch Nepal wurde die Dänin Gry Staunstrup von Én Gry & Sif von der dortigen Handwerkskunst des Filzens inspiriert. Ihre falschen Blumen werden aus neuseeländischer Schurwolle nach wie vor von Nepalesinnen vor Ort handgefilzt. In Deutschland sind sie unter anderem bei Manufactum erhältlich.
► Die Künstlerin Sabrina Transiskus fokussiert sich auf kunstvolle Papierblumen. Unter anderem fertigte sie diese „Flower Wall“ mit Schere und aus weißem Papier. Papierblumen aus nachhaltigem Krepppapier stellt das Gründerpaar von Vasenglück her.
► Wer sich ein solches Kunstwerk nicht leisten kann, versucht sich selbst an blumiger Papierkunst. Dieser Blumenstrauß aus bunten Papierbögen, Schaschlikspießen und etwas Glitzer ist schnell (auch zusammen mit Kids) gebastelt. Zum Arrangieren des immergrünen Blumenstraußes eignet sich eine hohe Vase, in der die Holzstäbe verschwinden. Zur Anleitung geht’s hier.
Etwas üppiger, aber genau deswegen gerade auch besonders angesagt, ist dieser DIY-Blumenstrauß aus Seidenpapier. Alles, was Sie für die künstlich-üppigen Blüten brauchen und wie es geht, erfahren Sie hier.
Kunstblumen richtig arrangieren. Wie auch beim Binden natürlicher Sträuße können Sie als Basis drei verschiedene Blütenformen wählen, dabei längliche und runde Formen mixen. Bei der Farbwahl gilt: Entweder nehmen Sie eine Farbe als Hauptakteur oder kreieren eine bunte Kombination mit Komplementärkontrasten.
Kunstblumen sehen natürlich auch schlicht arrangiert gut aus, einzeln in eine schmale Vase gesteckt oder ein großes Bouquet aus etwa großen Hortensien.
Kunstblumen sehen natürlich auch schlicht arrangiert gut aus, einzeln in eine schmale Vase gesteckt oder ein großes Bouquet aus etwa großen Hortensien.
Das Gute: Kunstblumen brauchen kein Wasser. Deshalb lassen sich mit ihnen kreative Dekoideen umsetzen, wie diese blühende Wand.
Profi-Tipp: Füllen Sie in Vasen trotzdem etwas Wasser. In gläsernen Vasen wirken die künstlichen Blüten so noch realistischer. Außerdem beschwert das Wasser die Vasen, sodass auch ein großes Kunstblumen-Bouquet stabil gesteckt werden kann.
Wie gefallen Ihnen Kunstblumen? Haben Sie schon welche? Dann zeigen Sie gerne Ihre haltbare Blütenpracht in den Kommentaren.



















