Houzzbesuch
Houzzbesuch: Ein modernes Loft im Sixties-Look à la Mad Men
Sein Loft wollte dieser Single aus Kanada gesellig gestalten. Entstanden ist ein Sixties-Set, in dem sich auch Don Draper wohlfühlen würde
Diese Wohnung würde Don Draper aus der Fernsehserie „Mad Men“ alle Ehre machen! Der Eigentümer des Lofts, ein alleinstehender Arzt und leidenschaftlicher Gastgeber, wünschte sich eine minimalistische Einrichtung im Sechzigerjahre-Stil. Und zwar, weil er das Privathaus von Interior-Designer und Architekt Stephane Chamard auf Houzz gesehen hatte, und es ihm so gut gefiel! Also beauftragte er ihn kurzerhand mit der Gestaltung seiner eigenen vier Wände. „Trotzdem wollte der Kunde natürlich keine direkte Kopie meiner Wohnung – aber das gleiche Sofa sollte es auf jeden Fall sein“, so Chamard.
Auf einen Blick
Hier wohnt: ein alleinstehender Arzt
In: Hamilton, Ontario, Kanada
Auf: 149 Quadratmetern
Experte: Stephane Chamard
Auf einen Blick
Hier wohnt: ein alleinstehender Arzt
In: Hamilton, Ontario, Kanada
Auf: 149 Quadratmetern
Experte: Stephane Chamard
Bei den grün-braunen Vasen auf dem Fensterbrett, gefunden in verschiedenen Shops in Toronto, ließ sich Chamard von den grünen Baumkronen vor dem Fenster inspirieren. Und auch zeitlich passen sie perfekt hierher, denn solche Objekte waren in den Sechzigern äußerst beliebt.
Um einen Kontrast zu den strengen Linien der Architektur zu schaffen, wählte Chamard bei den Möbeln – Sofa, Leuchten und Essstühle – Modelle mit geschwungenen Formen. „Sonst würde der Raum zu eckig und kantig wirken“, erzählt er. „Auf diese Weise hat das Ganze einen eine gewisse Sanftheit bekommen.“
Stühle: Cherner, secondhand; Tisch: Tulip Table, Knoll, secondhand; Hängeleuchte: Lzf-Lamps, Stehleuchte: Lampadaire 3 Bras, Serge Mouille
Stühle: Cherner, secondhand; Tisch: Tulip Table, Knoll, secondhand; Hängeleuchte: Lzf-Lamps, Stehleuchte: Lampadaire 3 Bras, Serge Mouille
Für einen der Zeit entsprungenen Look ließ Chamard den Fuß des Secondhand-Tisches dunkelgrün lackieren.
Einen so langen Küchentresen gibt es wahrscheinlich in kaum einem anderen Single-Haushalt, aber für den Kunden ist er perfekt: „Er hat oft viele Freunde zu Besuch“, so Chamard. „So kann er seiner Gastgeberrolle am besten gerecht werden.“ Don Draper hätte hier mit Sicherheit auch gerne an einem Whisky genippt.
Auf diesem Foto sieht man, dass die Wände des Schlafzimmers nicht ganz bis zur Decke reichen. Da der Kunde alleine wohnt, spielt das Thema Privatsphäre nicht so eine große Rolle wie in einer WG oder einer Familienwohnung. Und der Vorteil ist, dass so mehr Tageslicht in die Räume gelangt. Mehr Bilder vom Schlafzimmer sehen Sie gleich.
Auf diesem Foto sieht man, dass die Wände des Schlafzimmers nicht ganz bis zur Decke reichen. Da der Kunde alleine wohnt, spielt das Thema Privatsphäre nicht so eine große Rolle wie in einer WG oder einer Familienwohnung. Und der Vorteil ist, dass so mehr Tageslicht in die Räume gelangt. Mehr Bilder vom Schlafzimmer sehen Sie gleich.
Für einen schönen Kontrast zu dem weißen Tresen wählte Chamard diese schwarzen, skulpturalen Barhocker aus. Ein Vintage-Print von Victor Vasarely lockert das Ganze wunderbar auf und verleiht dem „Mad Men“-Ambiente einen gewissen Groove.
Die schlichte und elegante Küche ist von Ikea, wer hätte es gedacht?Die Tischleuchte auf dem Tresen schafft eine angenehme, warme Atmosphäre – perfekt, wenn die Gästerunde mal etwas kleiner ausfällt.
Für das Gästeschlafzimmer, das der Kunde gleichzeitig als Arbeitszimmer nutzt, wählte Chamard ein Daybed mit Kaschmir-Stoff für den Korpus und einen Camouflage-Bezug für die Sitzfläche. Den Stoff kaufte Chamard in einem lokalen Geschäft für Militärbedarf. „Das ist auch so ein Männerding – ganz à la G.I. Joe, dem bekannten Actionfilm“, sagt er.
Die Collage aus Fotografien des Mode-Fotografen Bruce Weber, die über dem Daybed hängt, ist nur eine Übergangslösung, bis der Kunde das passende Kunstwerk gefunden hat.
Strick-Poufs z.B. über Thomas Eyck
Die Collage aus Fotografien des Mode-Fotografen Bruce Weber, die über dem Daybed hängt, ist nur eine Übergangslösung, bis der Kunde das passende Kunstwerk gefunden hat.
Strick-Poufs z.B. über Thomas Eyck
Für das Regal wurden Elemente der Lack-Serie von Ikea verwendet. Dem Kunden gefiel der cleane Look der freischwebenden Regale. Da sie jedoch nur ein begrenztes Gewicht tragen können, schlug Chamard vor, sie durch ein vertikales Element zu stabilisieren.
Regale zusammengestellt aus: Lack-Regalen von Ikea
Regale zusammengestellt aus: Lack-Regalen von Ikea
Das Bett in seinem Schlafzimmer brachte der Kunde aus seiner alten Wohnung mit. Damit es nicht allzu dominant wirkt, kombinierte Chamard es mit verspiegelten Kunstwerken über dem Kopfteil, schlanken Stehleuchten und einem weiteren Print von Vasarely über dem Sideboard. „Die vielen interessanten Objekte im Raum lenken die Blicke von dem recht klobig wirkenden Bett ab“, so Chamard.
Stehleuchten: AJ (Design Arne Jacobsen), Louis Poulsen
Stehleuchten: AJ (Design Arne Jacobsen), Louis Poulsen
Der schmale Flur ist bis auf eine rohe Betonwand komplett weiß gestrichen (rechts befinden sich die Schlafzimmer). Um die extreme Schlichtheit etwas aufzulockern, brachte Chamard eine ganze Reihe afrikanischer Masken ins Spiel.
Vor der weißen Wand sehen die geschnitzten Holzmasken wie Kunstobjekte in einer Galerie aus.
Am anderen Ende des Flures steht eine Bank mit weiteren Masken sowie einer Schreibtischleuchte aus Bakelit. „Nachts, wenn das einzige Licht von der Leuchte kommt und die Masken riesige Schatten an die Wand werfen, ist es hier fast schon gespenstisch“, erzählt Chamard.
Einen Single-Haushalt zu gestalten, war für Chamard eine ganz neue Erfahrung. „Meistens werde ich von Paaren beauftragt, und das bedeutet immer, dass es Diskussionen gibt, weil sich ja zwei Leute einigen müssen“, erzählt er. „Jedes Projekt hat seine eigenen Herausforderungen, und dieses hat besonders viel Spaß gemacht.“
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Das Sofa – „Ploum“, ein Entwurf der Gebrüder Bouroullec für Ligne Roset – kaufte Chamard neu. Sessel, Leuchten und Couchtisch hingegen sind Originale aus der Zeit, als Don Draper aus „Mad Men“ sozusagen gerade seine Karriere in der Werbeagentur startete.
Als Teil seines Einrichtungskonzepts setzt Chamard oft viele verschiedene kleinere Leuchten ein und schafft es so, über die Beleuchtung eine ganz eigene Stimmung zu kreieren.
Der kahle Fußboden war ein expliziter Wunsch des Kunden. „Das war sicher eine rein praktische Entscheidung. Da er gern und oft Freunde zu sich einlädt, kann er danach einfach schnell den Boden wischen“, erzählt Chamard.
Sofa: Ligne Roset; Sessel: Womb chair, Eero Saarinen für Knoll, secondhand, Vogel: Eames House Bird, Vitra