Was sind eigentlich … Intarsien?
Aufwendige Einlegearbeiten aus Holz gab es nicht nur in der Renaissance – Intarsien zieren auch heute Böden und Möbel
Alles über Intarsien kurz und knapp:
- Intarsien sind aufwendige Einlegearbeiten aus unterschiedlich farbigen Holzfurnieren in eine Trägerplatte aus Vollholz, die zu ornamentalen oder figürlichen Intarsienbildern zusammengesetzt werden.
- Beliebte Intarsienhölzer sind: Nussbaum, Ahorn, Obstbaumhölzer, Rosenholz oder Edelhölzer wie Palisander. Es gibt auch Intarsienarbeiten aus holzfremden Materialien wie Perlmutt oder Elfenbein.
- Nicht zu verwechseln ist die Intarsie mit der Marketerie-Technik.
- Ihre Blütezeit erreichte die Intarsientechnik in der Renaissance und im Barock. Verziert wurden vor allem Kommoden, Tische und Holzböden. Beliebt war die dekorative Intarsienkunst auch im Jugendstil. Im modernen Möbelbau und bei der Herstellung besonders hochwertigen Tafelparketts werden Intarsien nach wie vor eingesetzt.
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Wie werden Intarsien angefertigt?
In eine massive Holzfläche werden Muster oder Bilder nach einer vorher auf das Holz gezeichneten Vorlage etwa fünf Millimeter tief eingekerbt. In diese Kerbungen verklebt der Schreiner identisch passende Plättchen anderer Hölzer, die sich durch ihre Farbigkeit und Maserung vom Trägerholz unterscheiden und so für eine Musterung sorgen. Durch Abschleifen entsteht am Schluss eine plane Oberfläche – mit Ausnahme von Reliefintarsien. Intarsien können auch aus Perlmutt, Schildplatt, Stein oder Elfenbein gearbeitet sein. Durch die Mischung aus verschiedenen Hölzern und/oder holzfremden Materialien entstehen besonders edle, einzigartige Oberflächen.
Unterscheiden muss man zwischen Intarsien und Marketerien. Bei der Marketerietechnik werden die ornamentalen Muster aus verschiedenen Furnieren außerhalb des Möbels zusammengesetzt und nicht einlegt, sondern anschließend aufgeleimt. Die Marketeriekunst erlebte ihre Blüte im 17. und 18 Jahrhundert hauptsächlich in Frankreich (Louis-Quatorze-Stil), der französische Tischler André-Charles Boulle ist einer der berühmtesten Vertreter (Boulle Möbel).
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In eine massive Holzfläche werden Muster oder Bilder nach einer vorher auf das Holz gezeichneten Vorlage etwa fünf Millimeter tief eingekerbt. In diese Kerbungen verklebt der Schreiner identisch passende Plättchen anderer Hölzer, die sich durch ihre Farbigkeit und Maserung vom Trägerholz unterscheiden und so für eine Musterung sorgen. Durch Abschleifen entsteht am Schluss eine plane Oberfläche – mit Ausnahme von Reliefintarsien. Intarsien können auch aus Perlmutt, Schildplatt, Stein oder Elfenbein gearbeitet sein. Durch die Mischung aus verschiedenen Hölzern und/oder holzfremden Materialien entstehen besonders edle, einzigartige Oberflächen.
Unterscheiden muss man zwischen Intarsien und Marketerien. Bei der Marketerietechnik werden die ornamentalen Muster aus verschiedenen Furnieren außerhalb des Möbels zusammengesetzt und nicht einlegt, sondern anschließend aufgeleimt. Die Marketeriekunst erlebte ihre Blüte im 17. und 18 Jahrhundert hauptsächlich in Frankreich (Louis-Quatorze-Stil), der französische Tischler André-Charles Boulle ist einer der berühmtesten Vertreter (Boulle Möbel).
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Restaurierung von Intarsien
Der häufigste Schaden bei Möbeln oder Parkett mit Intarsienarbeiten entsteht dadurch, dass das massive Trägerholz (Blindholz) stärker arbeitet als das eingeklebte Holz. Die Einlegearbeiten können sich vom Blindholz lösen oder reißen. Ein Restaurator oder Schreiner kann die beschädigten Intarsienoberflächen reparieren. In der modernen Möbelindustrie wird mit Sperrholz bzw. anderen Verbundhölzern als Blindholz gearbeitet, das kaum noch arbeitet.
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Berühmte Möbel mit Intarsien
Über Italien wurden Intarsien in der Renaissance auch in Deutschland beliebt. Ein bedeutendes Beispiel deutscher Intarsienkunst ist der Wrangelschrank von 1566, der heute im Landesmuseum in Münster ausgestellt ist. Der bekannte Palisandertisch, den Michael Thonet zur ersten Weltausstellung 1851 präsentierte, hatte ebenfalls eine mit Intarsien verzierte Platte. Im Jugendstil wurden auch Instrumente wie Flügel gerne mit Intarsien verziert, und bis heute arbeiten bestimmte Möbelbauer und Parketthersteller mit Intarsien, wie beispielsweise Framondi aus Mailand.
Über Italien wurden Intarsien in der Renaissance auch in Deutschland beliebt. Ein bedeutendes Beispiel deutscher Intarsienkunst ist der Wrangelschrank von 1566, der heute im Landesmuseum in Münster ausgestellt ist. Der bekannte Palisandertisch, den Michael Thonet zur ersten Weltausstellung 1851 präsentierte, hatte ebenfalls eine mit Intarsien verzierte Platte. Im Jugendstil wurden auch Instrumente wie Flügel gerne mit Intarsien verziert, und bis heute arbeiten bestimmte Möbelbauer und Parketthersteller mit Intarsien, wie beispielsweise Framondi aus Mailand.
Die Kölnerin Agnes Morguet zeigt ebenfalls, wie moderne Einlegearbeiten aussehen können. Das Landschaftsbild ist nicht aufgemalt, sondern entsteht durch eingefärbte Furniere mit Farbverläufen, die dann zu Bildern zusammengesetzt werden.
Parkettböden
Intarsienparkett
Parkettböden mit Intarsien in Form geometrischer oder floraler Ornamente findet man heute noch vor allem in herrschaftlichen Häusern. Aufwendig in ihrer Herstellung, sind sie in der Raumwirkung besonders edel.
Die einzelnen Holzelemente müssen passgenau zugeschnitten sein, damit sie nicht auseinanderklaffen – besonders bei filigranen und abgerundeten Formen eine anspruchsvolle Aufgabe.
Modernes Intarsienparkett stellt der Schreiner meist per CNC-Fräse und Laserschnitt her. Es gibt aber immer noch Betriebe, die den kunstvollen Bodenbelag in traditioneller Handarbeit anfertigen, was einen erheblich höheren Aufwand bedeutet und sich entsprechend im Preis niederschlägt. Nach dem Verkleben wird das Holz, wie bei herkömmlichem Parkett auch, mit Öl oder Lack versiegelt. Holzböden mit Intarsien geben Räumen ein ganz besonderes Flair. Gerne wird Intarsienparkett auch bei der Sanierung denkmalgeschützter historischer Gebäude eingesetzt. Die Einlegetechnik lässt sich mit Ultraschall-Schneideanlagen auch auf PVC- oder Linoleumböden übertragen.
Dieser Artikel wurde überarbeitet, Bilder wurden ausgetauscht oder ergänzt.
Besitzen Sie Möbel oder Parkett mit Intarsien? Zeigen Sie uns Ihre kostbaren Verzierungen in den Kommentaren.
Parkettböden mit Intarsien in Form geometrischer oder floraler Ornamente findet man heute noch vor allem in herrschaftlichen Häusern. Aufwendig in ihrer Herstellung, sind sie in der Raumwirkung besonders edel.
Die einzelnen Holzelemente müssen passgenau zugeschnitten sein, damit sie nicht auseinanderklaffen – besonders bei filigranen und abgerundeten Formen eine anspruchsvolle Aufgabe.
Modernes Intarsienparkett stellt der Schreiner meist per CNC-Fräse und Laserschnitt her. Es gibt aber immer noch Betriebe, die den kunstvollen Bodenbelag in traditioneller Handarbeit anfertigen, was einen erheblich höheren Aufwand bedeutet und sich entsprechend im Preis niederschlägt. Nach dem Verkleben wird das Holz, wie bei herkömmlichem Parkett auch, mit Öl oder Lack versiegelt. Holzböden mit Intarsien geben Räumen ein ganz besonderes Flair. Gerne wird Intarsienparkett auch bei der Sanierung denkmalgeschützter historischer Gebäude eingesetzt. Die Einlegetechnik lässt sich mit Ultraschall-Schneideanlagen auch auf PVC- oder Linoleumböden übertragen.
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Geschichtliches zur Intarsie
Intarsien (von lat. „interserere“ –einfügen, einschieben) sind schon seit der Antike bekannt. Die Intarsientechnik geriet allerdings in Vergessenheit und wurde erst durch die Eroberung Spaniens durch die Mauren wieder in Europa lebendig. Seit dem Hochmittelalter im 13. Jahrhundert bis zur Renaissance erlebten Intarsienarbeiten von Italien aus ihre bisher höchste Blüte in den kunstvollen bildlichen Darstellungen der tarsia pittorica. Eine weitere Hochphase gab es im 19. und 20. Jahrhundert, ausgelöst durch die englische Arts-and-Crafts-Bewegung, die auch den Jugendstil in Deutschland beeinflusste, indem Möbel und Interieurs stiltypisch floral mit Intarsien verziert wurden.