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Haussanierung: Grundregeln bei Innenausstattung für das Gesamtbild?

Sarah Saasen
letzten Monat

Liebe Houzz Community,


wir sind dabei die Sanierung unseres Rotklinker-Siedlungshauses aus den 30er Jahren zu planen... Es geht nun langsam an diverse Entscheidungen, von Bodenbelägen, über Küche, Bäder, Fliesen, etc. Einzelentscheidungen fallen mir relativ leicht, aber ich habe Sorge, dass das Gesamtbild am Ende nicht stimmig ist.


Nun frage ich mich, ob es soetwas wie Grundregeln für die Innenausstattung gibt. Sollte man sich ein Farbschema überlegen? Gibt es eine Reihenfolge, die sinnvollerweise eingehalten werden sollte bei den Entscheidungen?


Dazu kommt, dass das Originalhaus aus den 30er Jahren ist, wir aber, um die Wohnfläche zu vergrößern, einen modernen Anbau mit Holzfassade hinzufügen.


Über Euren Input würde ich mich sehr freuen.


Vielen Dank.

Kommentare (2)

  • PRO
    Nicola Bushuven Interior Consulting
    letzten Monat

    Hallo Sarah,


    leider ist mein Kommentar zur Ihrer Anfrage im Nirwana des www verschwunden.

    Ich versuche es also noch einmal.


    Es gibt natürlich ein paar Grundregeln, an die Sie sich halten können, wenn Sie keinen Profi hinzuholen möchten. Regeln sind aber dazu da, damit sie gebrochen werden. Interior Design ist keine Mathematik, die nur eine Lösung zuläßt. Und der Grad zwischen "sehr gut aufeinander abgestimmt" und "langweilig" ist schmal.


    Hier ein paar Punkte, an denen Sie sich orientieren können:

    1. Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht in die Ecke drängen, wenn z.B. ein Handwerker sagt "Ich muss das Innerhalb der nächsten 10 Sekunden wissen, sonst verzögert sich der Bau um 3 Monate und wird 40% teuer". (Ich übertreibe hier, aber so fühlt es sich auf dem Bau oft an.)

    Vorbereitung ist mehr als die halbe Miete. Überlegen Sie z.B. nicht nur, wohin die Steckdosen sollen, sondern auch, wie sie aussehen sollen. Definieren Sie auch die "kleinen Dinge" und nicht nur Wand, Boden und Decke.

    2. Verlieren Sie sich trotz aller Auswahl nicht in "aber das ist auch schön". Wir leben in einer Zeit mit einem Überangebot an Möglichkeiten. Machen Sie es greifbar. Eine Fliese, die Sie auf Pinterest gesehen haben, die aber nur in den USA erhältlich ist, macht Sie nicht glücklicher als die, die Sie in Bielefeld kaufen können, auch wenn die ein Tüddelchen anders ist. (Davon abgesehen: trauen Sie keinen Fotos.) Es ist sehr wichtig, irgendwann den Punkt zu setzen und dann auch nicht mehr nach Alternativen zu schauen.

    3. Erstellen Sie ein Moodboard. Das ist eine große Platte, auf der Sie alle Materialien, Farben und Muster sammeln und miteinander kombinieren. Arbeiten Sie nur mit Originalmustern. Eine Hürde, die Sie dabei nehmen müssen, ist die Beschaffung von diesen. Fliesen werden z.B. oft nur als große Platten ausgestellt. Fragen Sie nach Resten oder kaufen Sie eine kleine Einheit und lassen sich ein handliches Stück abschneiden. Das ist eine gute Investition. Ebenso eine kleine Dose Wandfarbe.

    4. Bei einem Moodboard können Sie nichts falsch machen. Beginnen Sie dem dem, was Ihnen am wichtigsten ist. Das kann auch ein Kronleuchter sein. Oder ein Vorhangstoff. Legen Sie einfach dazu - Sie merken schon, wenn etwas nicht paßt. Wichtig ist, dass sowohl die Materialien als auch die Aussagen der Dinge zueinander passen. Eine Zementfliese mit Muster spricht eine ganz andere Sprache als eine 120 x 120 Betonoptikfliese. Nun muss man deswegen nicht alles gleich machen, aber das Haus als Ganzes muss stimmig sein. Betrachten Sie die Räume nie einzeln, sondern immer im Zusammenhang und den Übergängen.

    5. Trüffelschweinmentalität ist hilfreich. Geben Sie sich nicht mit dem zufrieden, von dem der Verkäufer im örtlichen Baustoffhandel sagt "das wird gerne genommen". Wenn es paßt, prima. Wenn nicht, weitersuchen. Hier ist ein Profi eine sehr gute Unterstützung, weil er/sie weiß, wo man das "gute Zeug" herbekommt. Wir fahren ja nicht auf Messen, weil es Spaß macht, einen Ausflug zu unternehmen ;-) .

    6. Mogeln Sie nicht. Wenn etwas nicht paßt, dann paßt es nicht - da kann man sich noch so oft sagen "ach, nachher im Großen wird da schon, da wirkt das ganz anders". Wenn bei Ihrer Arbeit herauskommt, dass z.B. der Kronleuchter nicht in's Bild paßt, muss entweder dieser weichen oder Sie gehen noch einmal auf Null.


    Das ist zeitintensive Arbeit. Besonders, da Sie hier vermutlich Neuland betreten.

    Aber es macht auch Freude und es ist jede Minute wert, damit Sie nachher in wunderbares Zuhause haben.

    Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei und ein gutes Händchen.


    Viele Grüße

    NIC





  • Heike AnnA
    letzten Monat

    Die Vorschreiberin hat schon alles sehr gut zusammen gefasst.
    Ich habe eine etwas andere Herangehensweise.
    1- in welchem Stil möchte ich wohnen, modern, dänisch, oder oder oder...
    2 - mag ich es eher verspielt (Muster- und Materialmix, viele Kleinigkeiten, alt und neu kombiniert), praktisch, kühl (viel Chrom, zurück haltende Wandfarbe) oder minimalistisch?
    3- Welche Stücke sind vorhanden und mir wichtig und wie lassen diese sich integrieren?
    4- wie soll mein Farbkonzept werden?
    Zurückhaltend (pastellfarbene Wände), kräftig (moderne, kräftige Faben mit ausgefallenen Tapeten), provokant (Farben die ins Auge fallen und auf den ersten Blick nicht zusammen passen wollen oder alles Ton in Ton)?

    Da wir im letzten Jahr in ein kernsaniertes Haus eingezogen sind standen wir vor der selben Frage.
    Wichtig finde ich sich im Vorfeld Gedanken zu machen wie man wohnen möchte und was dem jeweiligen Familienmitglied wichtig ist und sich darüber aus zu tauschen.
    Einige Ideen entwickeln sich erst wenn man sich oft in den neuen Räumen aufhält und ein Wohngefühl bekommt.
    Wichtig ist wenn man etwas gefunden hat genau überlegen sieht das in meinem Haus ebenfalls gut aus?
    Oft finden wir Objekte, Tapeten oder Wand und Bodenbeläge die vor Ort spektakulär aussehen. Genau nachdenken ob diese in unsere Planung passen oder eher ein Fremdkörper wären.

    Ich persönlich empfinde:
    Weniger ist mehr. Lieber ein Eyecatcher der auch hochpreisig sein darf als viele Dinge und das Auge weiß nicht wohin es zuerst schauen soll.
    Farben immer wieder dezent aufgreifen ( z.B. Farben aus Tapeten in Kissen, Deko).
    Ich persönlich finde es schön wenn sich das Konzept durchs ganze Haus zieht. Das muss nicht langweilig sein.
    Und ein gutes Lichtkonzept wirkt Wunder.
    Viel Erfolg beim tüfteln und einrichten.

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