oljama

Alle Wände im Bad fliesen?

oljama
20. Dezember 2017
Hallo, wir planen zurzeit im Neubau das Badezimmer. Ist es besser zu fliesen oder könnte man einen Teil der Wände nur streichen? sind die gestrichenen Wände dann anfälliger für Schimmel?
Danke euch.

Kommentare (28)

  • PRO
    habes-architektur

    "Ist es besser (alles) zu fliesen?" Nein!
    "...könnte man einen Teil der Wände nur streichen?" Ja!!!
    "sind die gestrichenen Wände dann anfälliger für Schimmel" Nein!!!

  • lotusteich

    Wir haben auch nur einen Teil gefliest und heute würde ich sogar noch weniger fliesen, aber das kommt einem immer erst hinterher...
    An den Wänden haben wir uns vom Maler beraten lassen und einen feinen Kalkputz der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Ich würde da natürliche Farbe bzw. Materialien nehmen und nichts was eventl. undurchlässig sein könnte...

  • PRO
    habes-architektur

    Bravo! Vorbildlich! Wenn man die Fliesenflächen im Bad minimieren will, sollte man sich nicht unbedingt nur von einem Fliesenleger beraten lassen ;-)

  • midmodfan

    Wir haben nur die Duschen bis in 2 Meter Höhe gefliest. In unserem früheren Hauptbad hatten wir den Rest noch halbhoch gefliest, also auch hinter WC/ Bidet (Kniestock) und dem Waschtisch, aber das haben wir uns in unseren aktuellen Bädern gespart, ohne dass es irgendeinen negativen Effekt hätte. Nur wenn kleinere Kinder das Bad mitbenutzen, würde ich hinterm Waschtisch einen Spritzschutz anbringen.

    Wichtig ist natürlich eine effiziente Be-/ Entlüftung. Dann entsteht auch kein Schimmel.

  • PRO
    Silberwand Alexander Seelherr

    Bad ohne Fliesen? unbedingt! Dazu benötigt Frau Mann einigermaßen Mut zur natürlichen Alternative und eine gewisse Bereitschaft, die Illusion moderner technischer Hygienevorschriften nicht auf den privaten Lebensraum anwenden zu wollen oder zu müssen.

    Zu beachten: Keine Gipsprodukte im Bad, stattdessen mineralischen Kalkputz oder Lehmputz verwenden - optional mit Kaseinfarbe streichen und/oder Wachsen. Für den stark beanspruchten Spritzwasserbereich gibt es ebenfalls entsprechende Lösungskonzepte auf Basis eines komprimierten, geseiften und gewachsten mehrschichtigen Kalkputzes.

    Angemessene Pflege vorausgesetzt - d.h. zumindest kein Acidreiniger (saurer Kalklöser) verwenden und regelmäßig belüften - entsteht eine attraktive Wandoberfläche, zwar auch nicht für die Ewigkeit von Bestand, aber sehr gesund für Nutzer und Bewohner, weil sich Kalk positiv auf ein ausgeglichenes Raumklima auswirkt - und eine Schimmelbildung nachhaltig erschwert: denn Kalk ist organisch, mineralisch, antiseptisch und hygienisch von Natur aus.

    Die Dampfdiffussionsoffenheit des Kalk regelt natürlich den Feuchtegehalt der Luft im Bad, was bedeutet: Wasserdampf wird der übersättigten Raumluft sanft entzogen, die Wand aus Kalk saugt seinen Anteil in sich auf, wie ein Vlies oder Schwamm. strukturell ohne kritische Volumenveränderung, d.h. ohne Schwund bzw. Ausdehnung. Das bedeutet für die Kalkschichten auch praktisch keine Rissneigung (im Gegensatz zu Gipsprodukten) auf spannungsreduziertem Untergrund. Die Wandoberfläche trocknet durch die Belüftung des Raumes wie selbstverständlich auch wieder ohne Strukturverlust aus.

    Also folgt: Eine Kalkwand bietet der Küche und dem Bad ideal natürliche und angemessene Eigenschaften. Die gebrannte und verlegte Fliese ist eine zweckerfüllend technische Option für den klassischen 0815 Wohnbaublock, die Metzgerei oder Feinkostläden, aber kaum eine sinnliche Alternative für leidenschaftlich individuelle Liebhaber und Materialästheten authentischer Oberflächen und Texturen an der Wand.

    Darum wähle: die rote oder die blaue Pille!

    Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen, im Sinne eines lebenswerten Zuhauses!

    Meine Empfehlung, Alexander Seelherr

  • PRO
    hokon

    Ich würde mich heute überhaupt gegen Fliesen an den Wänden durchsetzen und wäre da mittlerweile auch nicht mehr zu einem Kompromiss bereit wie ich es war.

    Ich würde überall wo Wasser hinkommen kann und auch den Fußboden in unifarbenen Mineralwerkstoff (Hi-Macs/Corian) bauen. Damit kann man alles ohne Kanten und Fugen (auch ohne Silikonfugen) ausführen und noch einfacher zu reinigen gibt es nicht.

    Die Oberfläche ist wie eine perfekte Lackierung, aber extrem robust.

    In den Farben würde ich zweifarbig variieren, den Boden in einem etwas dunkleren Grau, die vertikalen Bereiche in einem helleren Grau und den gestrichen Teil der Wände in weiß.

    Grüße Jörn Brenscheidt

  • moorfee
    Frage an die Experten: Wie sieht es ganz grob im Vergleich von den Kosten pro qm aus Fliesen/Putze/Mineralwerkstoffe, einen durchschnittlichen Fliesenpreis angenommen? Ich habe 5 Bäder zu sanieren, deshalb interessiert mich das Thema auch sehr
  • Jana Ries

    Hallo. Komplette Verfliesung ist nicht mehr in. Zu dem Thema habe ich unlängst einen Artikel geschrieben: https://ries-prodesign.com/neues-bad/

    Gruß Jana Ries

  • moorfee
    Pardon, ich wollte den Thread nicht kapern, aber vielleicht ist die Kostenfrage auch für Sie, Oljama, interessant!?
  • PRO
    Atelier Allgaier





    Wenn es keine Kostenfrage ist, sind Fliesen sicherlich nicht mehr zeitgemäß ;-)

  • PRO
    Hamburger Hütten

    Auch wenn aus aus finanziellen, raumklimatischen und atmosphärischen Gründen vieles gegen Fliesen spricht, finde ich sie doch mitunter wunderschön - situationsbedingt sogar raumhoch, um einen unruhigen Belagswechsel innerhalb einer Wand oder innerhalb eines Bereichs zu vermeiden.

    So finde ich es beispielsweise gerade angenehm, wenn Küchen und Bäder mit ihrer Einrichtung und auch mit ihren Oberflächen eine komplett andere Anmutung haben als die übrigen Wohnräume und so einen gewienerten, abwischbaren Pragmatismus ausstrahlen. (Von der darüber hinausgehenden Verwendung als Schmuckelement nicht zu reden).

    Natürlich gilt auch das nicht immer und nicht überall - sondern hängt von der Entwurfsaufgabe und vom Geschmack der Bauherren/Bewohner ab. Ich kam nur einfach nicht umhin, den Fliesen an dieser Stelle eine Lanze zu brechen.









  • moorfee

    Hamburger Hütten, ich schliesse mich 100% an! Nochmal zum finanziellen Aspekt, Sie schreiben ja im ersten Satz, dass auch finanzielles gegen Fliesen spricht. Lässt sich daraus folgern, dass fugenlos günstiger zu realisieren sein kann?

  • PRO
    Hamburger Hütten

    Hallo Moorfee,

    zu den Kosten für fugenlose Techniken in direkt wasserbelasteten Bereichen wie Duschen und Fußböden kann ich nichts sagen, was ich nicht auch erst recherchieren müsste. Wie auch bei Fliesenarbeiten werden die Kosten stark von der Größe der zu bearbeitenden Fläche, der Anzahl der Anschlüsse, vom Untergrund, von den Anforderungen, der zu erzielenden Oberflächenqualität und nicht zuletzt von der Region des Bauvorhabens abhängen.

    Meine Aussage bezog sich eher auf die Frage, ob Teilbereiche mit Wandfarbe gestrichen werden (mit geeigneten Materialien, siehe oben) oder ob das gesamte Bad gefliest werden sollte. In dem Fall: Ja, eine gestrichene Wand ist definitiv günstiger als eine geflieste.


  • PRO
    Ursula Buchner


    wir haben mit Lehm verputzt und nur die notwendigsten Flächen gefliest,... Lehmputz nimmt die Feuchtigkeit wunderbar auf und gibt sie langsam wieder ab, wir haben keine beschlagenen Fenster oder Spiegel mehr nach dem ausgiebigen Duschen.




  • aftm

    Hallo, funktioniert mineralischer Kalkputz bzw. Lehmputz auch bei einem Haus, das in Holzständerbauweise errichtet wurde? Kann der Kalkputz/Lehmputz die Feuchtigkeit weiter ins Innere transportieren? Im Haus kommt eine Lüftungsanlage zum Einsatz. Danke für eure Informationen.

  • PRO
    Hamburger Hütten

    Hallo aftm,

    Sie brauchen bei einer gedämmten Holzständerwand auf jeden Fall eine Dampfbremse/Dampfsperre, damit die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit nicht in die Außenwand eindringen und irgendwo in der Konstruktion kondensieren kann. Zudem muss so eine Wand eine von innen nach außen abnehmende Dampfdurchlässigkeit aufweisen, um dauerhaft schadensfrei zu bleiben.

    Kalk- und Lehmputz soll die aufgenommene Feuchtigkeit wieder an den Raum abgeben, nicht an die dahinterliegende Wandkonstruktion.

  • PRO
    Ursula Buchner

    Lehm und Holz passt auf jeden Fall, da der Lehm das Holz schützt. Fachwerkhäuser oder alte Holzhäuser wurden nur mit Lehm verputzt.


  • aftm

    Vielen Dank. Dampfbremse/Dampfsperre ist vorhanden, das weiß ich. Ich gehe davon aus, dass auch eine von innen nach außen abnehmende Dampfdurchlässigkeit gegeben ist, bin mir da aber nicht 100%ig sicher. Werde das Bauunternehmen noch einmal danach fragen.

    Also dürfte für uns ein Kalk- bzw. Lehmputz umsetzbar sein. :-)

  • PRO
    Hamburger Hütten

    Hallo Frau Buchner,

    Ihre Aussage würde ich nur mit den oben genannten Einschränkungen unterschreiben. Alte Fachwerkhäuser waren nicht hochgedämmt, sondern hatten monolithische, weder luft- noch dampfdichte Außenwände. Mit heutigen Holzständerkonstruktionen ist das meines Erachtens aus bauphysikaler Sicht nicht vergleichbar.

  • PRO
    b2kc - Björn Klinger BauConsult

    Hallo Hamburger Hütten,

    Fachwerkhäuser weisen schon von Natur aus keine monolithischen Bauteile auf. Es kann nicht nur vorkommen, dass von Gefach zu Gefach unterschiedliche Materialien verwendet werden, sondern sogar innerhalb eines einzigen Gefaches können im Laufe der Jahre unterschiedliche Materialien verbaut werden. Eine sorgfältige und detaillierte Bestandsaufnahme durch einen Fachmann ist für ein Bauen ohne Folgeschäden daher unumgänglich.

    Die von innen nach außen abnehmende Dampfdurchlässigkeit ist, wie von Ihnen bereits erwähnt, daher besonders wichtig. Zudem darf der Taupunkt nicht bzw. nur sehr selten und dann auch nur sehr kurzzeitig in der Fachwerkwand liegen.

  • PRO
    Hamburger Hütten

    Hallo Herr Klinger,


    selbstverständlich haben Sie recht: Monolitihisch war der falsche Ausdruck, natürlich waren auch Außenwände von Fachwerkhäusern teilweise sogar mehrschichtig aufgebaut und wurden innerhalb der Gefache unterschiedliche Materialien verwendet. Und ganz gewiss will ich nicht absprechen, dass Baumaßnahmen an einem solchen Haus einer ebenso sorgfältig auf den Bestand abgestimmten Planung bedürfen wie solche an anderen Konstruktionen.

    Mir ging es hier allerdings, da der Fragesteller aftm keinen Wandputz für ein Fachwerkhaus, sondern für eine moderne, gedämmte Holzständerkonstruktion sucht, mehr darum, dass ein Fachwerkhaus aufgrund seines ganz anderen Wandaufbaus (und dabei hatte ich eine von innen nach außen durchgehende Konstruktion aus Fachwerk und Ausfachung vor Augen) keinesfalls, wie es oben getan wurde, mit der Holzständerkonstruktion eines Hauses mit Lüftungsanlage verglichen werden kann.

  • PRO
    Maxxwell - Bädermax

    Ohne Fliesen und sehr schick! Anbei ein Badezimmer mit unserer freistehenden Badewanne Luino von einem Kunden von uns.


  • PRO
    grynplan darmstadt

    Kann man ohne Plan, Ansichten etc. des Objekts nicht sagen. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Man kann die Wände anstelle der o.a. Vorschläge auch mit Resopal, Glas, Plastikholz uvam. bekleben oder sich eine mit Glasmosaik und Spiegeln ausgelegte Badegrotte gestalten...

  • eijatroll

    Wir sind gerade in ein gut 200 Jahre altes Fachwerkhaus eingezogen und versuchen, beim Innenausbau eine harmonische Mischung aus Antike und Moderne zu schaffen. Ich mag (mit ganz wenigen meist sehr teuren Ausnahmen) überhaupt keine Fliesen und noch weniger mag ich Fugen. Wir haben uns deshalb auch beraten lassen und nun alle Wände, die nicht unmittelbar mit Wasser in Berührung kommen, mit Silikatfarbe auf Kalkputz gestrichen. Hinter dem Waschtisch, der Toilette und um die Badewanne herum, haben wir gut gewachste ud hinterlüftete Holzpaneele angebracht. Diese kann man bei Bedarf auch noch mit Yachtöl versiegeln. Wir wollten uns dabei am skandinavischen und altenglischen Landhausstil orientieren. Von dem Ergebnis sind wir begeistert und haben bisher keinerlei Nachteile gegenüber Fliesen entdeckt.

  • PRO
    grynplan darmstadt

    Lieber*s eijatroll,

    die Lösung finde ich gut, vor allem, daß Ihr VORHER eine fachliche Beratung in Anspruch genommen habt. Wasserschäden im Fachwerkhaus sind nämlich eine Katastrophe und werden verdammt teuer. Bis man die entdeckt, ist schon alles verrottet. Beratung NACHHER zur Schadensbeseitung ist weniger lustig.

  • beate_hermann

    Wenn Du lueftest , hast du niemals Schimmel !

  • Christian Willemsen
    Wir (Familie ist intensiv duschend ;) haben unsere Fliesen bis ca 170 cm Höhe gefliesst. Bei den Türzargen den Abstand mit einer zweiten Zarge geschlossen und damit dicke Wulste an Silikon vermieden.
    Mit einer Lehmfarbe von Vxxxxx aus Lüdenscheid direkt auf den Maschinenputz ist es bisher völlig unproblematisch. Denke Lehmputz wäre sogar noch besser.
    Im Duschbereich ist bis zur Decke gefliest.
    Wir lüften das NEH mit einer Lüftung über eine Lüftungsanlage & bodentiefe Fenster im Sommer
  • Hinne Thies
    Wir haben lediglich in der Dusche bis unter die Decke gefliest, bei WC, Waschbecken und Wanne nur halb hoch und eine Wand garnicht. Alles Wände sind Leichtbauwände und mit Feuchtraumrigips gebaut. Die nicht geflieste Wand ist mit Malerflies tapeziert, und dann übergestrichen. Die Wandfarbe ist eine ganz normale Farbe von einem der Namhaften Anbieter. Seit 2 Jahren duschen wir dort morgens und abends und wir haben 0 Schimmel oder Feuchtigkeitsprobleme!
    Im Gästebad haben wir Gar keine Fliesen dafür ein Färbe von Farrow & Ball die Feuchtigkeitsresistent ist. Auch dort keine Schimmel Problematik.
    Grundsätzlich kommt es auf die Belüftung an denke ich und ggf auf die Größe des Raumes. Wir lüften nur durchs Fenster!
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