Houzz Logo Print
chrissy263

Silikonfugen in Trockenbauwänden

vor 10 Jahren

Hallo zusammen, seit ca. 1,5 Jahren wohnen wir in einer großen Dachgeschosswohnung, KfW70 Energiesparstandard, hohe Deckenhöhe, lange Plattenkanten der (Rigips-) Wand- zur gleichen Deckenverkleidung. Diese sind mit Malervlies tapeziert und weiß gestrichen. An diesen Plattenkanten reißen nun immer wieder die Silikonfugen, mit denen man die Stoßkanten versiegelt hat, auf. Der Maler hat im Rahmen seiner Gewährleistung etliche Meter dieser Kante schon mit Maleracryl nachgearbeitet und wieder überstrichen. Trotzdem reißen die Kanten immer wieder ein. Laut Gewerk und Generalunternehmer ein Umstand, der nur durch Nachspritzen zu reduzieren geht, und sich mit der Zeit stabilisiert, weil die Struktur sich setzt. Gibt es hierfür nicht eine bessere Lösung, wie eine Fugen- oder Kantenabdeckung, die die bauphysikalisch verständlichen Bewegungen absorbiert oder ausgleicht ? Jeder Tip der Trockenbaufachleute ist willkommen. Leider sind die Risse schlecht zu fotografieren, aber ich denke, man kann sich das Phänomen vorstellen.

Kommentare (15)

  • PRO
    vor 10 Jahren

    Den Riß bekommen Sie immer wieder weil sich die Decke oder der Dachstuhl bewegt. Eine Möglichkeit wäre eine Schattenfuge (gewollte Fuge) gewesen, welche die Bewegungen aufnimmt und Riß gewollt genau in der Fuge passiert. Eine andere Möglichkeit wäre eine Installationsebene gewesen (teurer). Jetzt werden Sie wohl oder übel mit den unktrollierten Rissen leben müssen. Die kommen immer weider.

    Christoph Rubel hat auernovum • BAUEN MIT STIL • MÖDLING gedankt
  • vor 10 Jahren

    Ich werde dann wohl oder übel eine Decke mit Schattenfuge einbauen. Ich wollte nie eine Holzdecke. Vielleicht mache ich Trockenbau-Kassetten, oder ich schau mich hier einmal nach Ideen um.

  • PRO
    vor 10 Jahren

    Eine Möglichkeit wäre noch eine zarte Stuckleiste. Diese aber nur an der horizontalen Fläche befestigen. So können geringe Bewegungen stattfinden ohne das Sie Risse bekommen.

    Christoph Rubel hat auernovum • BAUEN MIT STIL • MÖDLING gedankt
  • PRO
    vor 10 Jahren
    Wurde ja als Möglichkeit angeführt. Obliegt ja dem Kunden aus den Möglichkeiten auszuwählen.
  • vor 10 Jahren

    Naja, der Kunde scheint ja mit der ausgewählten Lösung nicht so richtig glücklich ("wohl oder übel") - da macht es doch Sinn nochmal eine Alternative aufzuzeigen die das gleiche Ergebnis (Schattenfuge) bringt, aber mit weniger Aufwand.

    Christoph Rubel hat hockylanetixx gedankt
  • vor 10 Jahren
    @ hockylanetixx die Installationsebene muss m.W. vor der Beplankung eingearbeitet sein.
    http://www.wilhelmi-meisterhaus.de/html/wandaufbau.html
  • vor 10 Jahren

    @cwasch
    Äh ja, aber das ist ja hier gar nicht das Problem soweit ich das verstanden habe.

    Christoph Rubel hat hockylanetixx gedankt
  • vor 10 Jahren

    Hockylanetixx hat recht. Es ging hier um die Ebene 1 , wenn man den Fertighausaufbau als ungefähren Aufbau der Dach-/Wandverkleidung ansieht. Die Stoßkante der schrägen Wände zur Deckenplatte, beide in Rigips ausgebaut, verzieht sich und muß ausgeglichen werden. Die Schattenfuge ist mir derzeit zu viel Aufwand. Bei nächster Gelegenheit werde ich, wie schon von Auernovum vorgeschlagen, eine Deckleiste an die Wandseite anbringen, die dann zur Decke hin arbeiten kann, ohne dass man immer gerissene Silikonfugen sieht. Obschon das ein relativ großer Dachstuhl mit Seitenfirsten ist, wäre wahrscheinlich eine bessere Holzqualität mit geringeren Schrumpf-/Quellwerten der Anfang zur Lösung gewesen. Aber diese Erkenntnisse gewinnt man ja als halbwissender Bauherr erst über die Zeit. Vielleicht sind das aber auch die "Abenteuer" oder Herausforderungen, die jeden Haus-/Wohnungsbau speziell machen. Danke jedenfalls für Ihre Kommentare und Ideen.

  • vor 10 Jahren

    Na ich denke (als Laie) schon dass nicht das Holz das Problem ist sondern die oben schon angesprochene Ausführung einer Schattenfuge von Anfang an wäre wahrscheinlich die Lösung gewesen.

    Aber klar, hinterher ist man immer schlauer und wie heißt es so schön "das erste Haus baut man für seinen Feind, das nächste für seinen Freund und das dritte für sich selbst" ;-)

  • vor 9 Jahren

    Ich greife das Thema nochmal auf.

    Damit wir keine, bzw. möglichst wenig Risse in unserer Dachgeschosswohnung bekommen (hier hat der Trockenbauer mit Holz hantiert, was wohl so eigentlich nicht mehr üblich ist, da es zu sehr arbeitet), hat mir der Maler empfohlen, in alle Innenecken ECKBAND einzuarbeiten. Das ist natürlich ne ziemlich große Kosten-Position, aber am Ende soll es ja auch gut aussehen. Was haltet ihr davon? Rest mit Malervlies, falls Untergrund nicht ausreichend in Q3.

  • vor 9 Jahren

    Hallo, ich habe keine "richtige" Antwort von den Handwerkern bekommen, aber ich denke, wenn der Untergrund (die Platten und die Unterkonstruktion) arbeiten und sich bewegen, wird das Eckband versuchen müssen, diese Bewegung zu absorbieren. Meine Befürchtung ist, dass das Band dieses versetzen noch auf einer größeren Fläche als die Silikonfuge darstellt, also schräge Falten wirft. Ich habe das aus Bemerkungen zwischen den Zeilen auch von den Handwerkern gelesen, mit denen ich darüber gesprochen habe (Beteiligte und Beobachter). Und für mich ist der Schluß auch völlig logisch. Ich habe für mich daraus den Schluß gezogen, dass ich die Konstruktion noch ein Jahr oder so arbeiten lasse, und werde dann (Im Rahmen einer sowieso nötigen Renovierung) die Deckenplatte von den Wandplatten trennen und eine schmale Schattenfuge einarbeiten. Auf den großen Flächen hat mich der Maler auch überredet, Malervlies zu benutzen, was ich eigentlich nicht, und stattdessen Rauhfaser oder Strukturtapete nehmen, wollte. Eine Entscheidung, die ich wirklich bereue, weil die kleinsten Unebenheiten und Unsauberkeiten in der Verarbeitung, obwohl die Wände abgeschliffen wurden, immer sichtbar sind.

  • vor 9 Jahren

    Das mit der Rauhfaser hatte ich auch geplant (wenn auch nicht sooo toll, aber es nimmt eben solche Unebenheiten gut weg), aber mir haben auch 2 Maler gesagt, dass das nicht zeitgemäß ist und die glatte Fläche besser wirkt. Angebot ist natürlich damit auch 3x so teuer, aber letztendlich will ich eine optimale Lösung für´s Auge (Kosten sind nicht unwichtig, aber eher zweitrangig) und suche noch...

  • PRO
    vor 9 Jahren

    Ichsenanschlüsse oder Bauteilanschlüsse müssen im Vorfeld gut geplant warden.

    1. Entscheidung: kann ich mit sauber ausgeführten Haarrissen (kein Mangel!) leben?

    2. Entscheidung: wenn nicht Schattenfuge, oder technisch richtig ausgeführte Acrylfuge

    Optisch erkennen kann man alle Lösungsansätze. Und sie kosten Geld. Der saubere Haarriss (Bauteiltrennung!) ist das Einfachste und die Mindestanforderung lt. Norm

    Eckbandagen sind nicht Stand der Technik - Mit einer Bandage kann man das Haus nicht zusammenkleben. Es reisst trotzdem (dann irgendwie), bzw. wird die Bandage verformt wodurch sich Wellen bilden. Meist passiert beides...

    Aus meiner Erfahrung verhärtet Acryl im Laufe der Zeit und es neigt auch etwas zum schwinden. Dadurch reißen zu schmal ausgeführte Acrylfugen zwangsläufig auf. Ein weiterer Fehler kann die schlampige Verarbeitung sein: Sind die Haftflanken staubig (immer auf der Baustelle) klebt das Acryl nicht richtig. Die Fugen müssen also gereinigt und sollten auch grundiert werden.

    Christoph Rubel hat Ing. Christian Weißmann GesmbH gedankt
  • vor 9 Jahren

    @ Christinan Weißmann GesmbH: also bringt Eckband nicht viel, bzw. kann es anstatt besser sogar noch schlimmer werden. D.h. ich kann mit diese Position (mit knapp 4 T Euro netto kalkuliert) sparen. Angenommen es werden Acrylfugen gesetzt und Malervlies angebracht. Wäre das eine gute Lösung?