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Hasenbein
Linus: Plumpe Klötze als "ökologische" Weiterentwicklung des Bauhaus-Ideals? Naja, wenn man sich in Neubaugebieten umsieht, haben die allermeisten Bauherren kein Interesse an Baukultur und Ästhetik - Hauptsache dick gedämmt. Aber es stimmt schon: Bauhaus und das darauf aufbauende "Neue Bauen" haben Jahrtausende altes Wissen über Bord geworfen und Bauten geschaffen, die nicht nur Heizkosten sondern auch enorme technische Folgekosten fabrizieren. Das muss ich als Fan und Bewohner eines solchen Hauses zugeben. Ich denke, Bauhaus und Neues Bauen war ein Irrweg - in technischer aber auch in ästhetischer und vor allem städtebaulicher Hinsicht. Denn die raffinierte Ästhetik einer noblen Bauhaus-Villa oder Weißenhof-Siedlung lässt sich von heutigen Architekten nicht mehr reproduzieren. Das "anti-urbane" Ideal hat uns riesige Problemgebiete beschert. Bauhaus ist nur im historischen Original gut.
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Lasse G

Zunächst: schöner Artikel! Vorallem gefällt mir, dass Sie nicht nur die Architektur, sondern eben auch die anderen Gewerke zur Sprache bringen, die am Bauhaus gelehrt und beeinflusst wurden.

Persönlich würde ich mir auch wünschen, dass viele, die für ihren weißen modernen Wohnbau das Wort Bauhaus (über-)strapazieren, sich vielleicht einmal mehr mit der Bedeutung auseinandersetzten. Was heute alles unter Bauhaus vermarktet wird, hat vielerorts nicht wirklich viel bis gar nichts damit zu tun. Es scheint zum "guten ?!" Zeitgeist zu gehören, dort wo möglich, eine weiße Kiste zu bauen und sie mit mittlerweile ubiquitären Mid-Century-Klassikern (oder schlimmer noch deren Imitaten), gepaart mit Shabby-Chic voll zustellen.

Überspitzt gesagt, ist das, was heute inflationär als Bauhaus angepriesen wird, für mich leider nichts anderes als die allgegenwärtigen Krüppelwalm-Dächer und Holzbalkone der 80er, oder die toskanischen Villen-Verschnitte, die sich vor 10 Jahren die Baugebiete eroberten. Da wünschte ich mir seitens Bauherrschaften und Architekten gelegentlich mehr Mut Eigenständiges auf den Weg zu bringen.

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Hasenbein

Ich selbst wohne seit kurzem in einem Haus von Gropius aus den 50ern, habe aber die Anbiederung an "Midcentury-Klassiker" ebenso strikt vermieden wie Gropius-Möbel aus der Bauhaus-Zeit. Motto: Strictly no Vintage. Dennoch ist uns eine stimmige, unaufgeregte Einrichtung mit ausschließlich zeitgenössischen Möbeln gelungen - hauptsächlich von der Firma E15 und ich finde, damit sind wir den Ideen von Gropius näher als mit den ewigen Corbusier-Liegen und Eames-Sesseln.

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